Beim Bildverarbeitungsunternehmen Agfa in Mortsel und Heultje bei Westerlo (beides Provinz Antwerpen) sind weitere 145 Arbeitsplätze gefährdet. Diese kommen zu den 470 Stellenstreichungen hinzu, die im Februar durch eine Betriebsvereinbarung abgedeckt wurden. Agfa reduziert seine traditionellen Filmaktivitäten, insbesondere die von medizinischen Filmen, drastisch, da die Nachfrage weiterhin stark sinkt.
Weitere 145 Arbeitsplätze bei Agfa in Belgien bedroht: "Nachfrage nach medizinischen Filmen in China sinkt rapide."
Bereits im November 2024 wurden die Agfa-Mitarbeiter darüber informiert, dass 530 Arbeitsplätze gefährdet seien. Nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften wurde diese Zahl schließlich auf 470 reduziert. Im Februar dieses Jahres wurde eine Betriebsvereinbarung erzielt.
Doch weniger als ein Jahr später sieht es so aus, als würde der Sparplan an den Produktionsstandorten in Mortsel und Heultje noch mehr Arbeitsplätze kosten. „Wir beobachten einen beschleunigten Rückgang des traditionellen Filmgeschäfts“, so Sprecherin Viviane Dictus: „Dies belegen auch unsere Zahlen des dritten Quartals. Insbesondere in China, einem unserer wichtigsten Exportmärkte, schreitet die Digitalisierung so rasant voran, dass wir die Auswirkungen deutlich spüren.“
„Deshalb müssen wir den letztjährigen Plan nun ausweiten, da zusätzliche Einsparungen erforderlich sind. Bis zu 145 Stellen könnten betroffen sein. Wir führen diesbezüglich bereits Gespräche mit den Sozialpartnern.“
Entlassungen weitgehend vermeiden
Laut Agfa-Management sollen Entlassungen so weit wie möglich vermieden werden. „Wir beabsichtigen, Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden, indem wir die natürliche Fluktuation von Mitarbeitern nutzen und Veränderungen sowie Wiedereinstellungen fördern.“
Ob es bei den 145 gefährdeten Stellen bleiben wird, ist noch unklar. „Das ist schwer zu sagen. Wir werden auch in anderen Bereichen des Konzerns Einsparungen erzielen. Wir müssen die Entwicklung des Filmgeschäfts genau beobachten, um festzustellen, welche Maßnahmen noch notwendig sind“, so Dictus.
Kurzarbeit und Jobs im Bereich Wasserstoff
Einige Mitarbeiter in Mortsel und Heultje schieben Kurzarbeit. Das bedeutet, dass sie einige Tage pro Woche arbeiten müssen. Im September eröffnete das Unternehmen in Mortsel eine neue Membranfabrik zur Produktion von grünem Wasserstoff. „Einige Mitarbeiter können sich für diese Anlage umschulen lassen. Es handelt sich dabei natürlich um eine hochautomatisierte Fabrik, die weniger Personal benötigt. Wir stellen ohnehin auch neue Mitarbeiter für diese Fabrik ein. Agfa hat also derzeit zwei Gesichter“, resümiert Dictus.
Heute konzentriert sich der Konzern Agfa-Gevaert hauptsächlich auf die Entwicklung und auf den Vertrieb von Bildverarbeitungssystemen und IT-Lösungen für die Druckindustrie und den Gesundheitsbereich sowie auf bestimmte Hightech-Branchen und auf Produkte für die Wasserstoffproduktion.
