Die flämische Freie Universität Brüssel (VUB) will mit ihrem neuen Supercomputer „Sofia“ Naturkatastrophen wie die Wasserbombe in Ostbelgien und in der Wallonie vor vier Jahren besser vorhersagen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) kann der Computer Informationen von Radargeräten und Satelliten schneller verarbeiten und so schnellere Wetteraktualisierungen bzw. -vorhersagen ermöglichen. Die VUB hat jetzt in Zellik (Flämisch-Brabant) den leistungsstärksten Supercomputer Flanderns in Betrieb genommen, um unter anderem dank KI drohende Naturkatastrophen schneller und genauer vorherzusagen.
Brüsseler Uni will mit dem Supercomputer "Sofia" Naturkatastrophen genauer vorhersagen
Alle sechs Jahre betreibt eine belgische Universität einen Supercomputer der höchsten Kategorie (Tier-1). Ab diesem Jahr ist die VUB an der Reihe. Der neue Computer mit dem Namen „Sofia“ ist der derzeit leistungsstärkste Computer in Flandern. Da sich die Technologie so rasant weiterentwickelt, wird ständig ein neuer Computer gebaut. „Sofia“ unterscheidet sich von ihrem Vorgänger durch die erweiterten Möglichkeiten für die Arbeit mit künstlicher Intelligenz (KI).
„Dank dieser Rechenleistung können wir Modelle trainieren, die uns helfen, schneller auf Katastrophen wie die Wasserbombe in Wallonien zu reagieren“, sagte die VUB-Klimawissenschaftlerin Lesley De Cruz dazu gegenüber VRT NWS.
Die hier angewendete KI ist besonders nützlich für bessere Wettervorhersagen. „Dank dieser KI können Vorhersagen schneller erstellt und mehr Zukunftsszenarien berechnet werden“, so De Cruz weiter: „Bevor diese Modelle gut funktionieren, müssen sie trainiert werden. Dafür benötigt man viele Daten und viel Rechenleistung. Der Supercomputer verfügt über diese Rechenleistung, wodurch wir ein detaillierteres Wettermodell trainieren können.“
Bessere Wetterradargeräte bieten der KI bessere Datenmengen
Dies ist beispielsweise nützlich, um Naturkatastrophen wie der Wasserbombe im Wesertal vor vier Jahren vorherzusagen. Das Königliche Meteorologische Institut (KMI) in Ukkel/Brüssel verfügt über immer bessere Wetterradargeräte, die Niederschläge vorhersagen, und aktualisierte Satelliten liefern detaillierte Informationen zu Luftfeuchtigkeit und Bewölkung.
Um all diese Daten effektiv zu nutzen, benötigt man ein Modell, das Vorhersagen in derselben hohen Auflösung erstellen kann. „Dank KI - und damit des Supercomputers - können wir ein solches Modell wiederholt ausführen“, erklärt De Cruz den Nutzen des Computers: „So können wir sehr schnell neue Vorhersagen erstellen, selbst bei raschen Wetteränderungen.“ Dies ermöglicht es Polizei und Rettungsdiensten, schneller einzuschätzen, ob sich die Lage verschärft, um entsprechende Entscheidungen zu treffen und möglicherweise Evakuierungen durchzuführen.
Die VUB strebt eine Auslastung von 80 % an. Die flämische Landesregierung hat 8,6 Mio. € in das Projekt investiert. Der Computer ist Teil des Flämischen Supercomputer-Zentrums (VSC) und befindet sich im Rechenzentrum Nexus in Zellik. Der Name „Sofia“ leitet sich vom griechischen Wort „Sophia“ ab, was Weisheit bedeutet…
