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Inland
Wirtschaft

Die Inflation in Belgien steigt und könnte eine schnellere Lohnindexierung als erwartet auslösen

Die Inflation in Belgien ist im November erneut gestiegen und hat mit 2,40 % den höchsten Stand seit sieben Monaten erreicht. Nach den aktuellen Zahlen von Statbel (das belgische Statistikamt) kletterte die Gesamtinflation wieder über das Ziel der Europäischen Zentralbank von 2 %. Verantwortlich für diese Entwicklung waren höhere Preise für Dienstleistungen und bestimmte Konsumgüter.

Andreas Kockartz Belga
Veröffentlicht:

Die allgemeine Inflationsrate stieg von 2 % im Oktober auf 2,40 % im November, während die auf dem Gesundheitsindex basierende Inflation im gleichen Zeitraum von 2,11 auf 2,45 % zunahm. Das ist mehr als erwartet, da das föderale Planbüro, dass sich mit den wirtschaftlichen Entwicklungen in Belgien befasst und mit seinen Berechnungen Prognosen für die Zukunft einschätzt, lediglich einen moderaten Anstieg prognostiziert hatte.

Reisen, Haushaltsgeräte, Strom, Kraftstoffe und Smartphones trieben die Inflation an, während Flugtickets, Ferienparks und Erdgas billiger wurden.

Die Kerninflation (ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) stieg weiter und unterstrich damit den anhaltenden Preisdruck. Die Energieinflation blieb negativ, während die Inflation bei Dienstleistungen und Lebensmitteln deutlich zunahm.

Sollte die Inflation im Dezember hoch bleiben, könnten die Indexierungsmechanismen im öffentlichen Sektor noch vor Jahresende greifen. Dies hätte zur Folge, dass die Sozialleistungen und Gehälter im öffentlichen Dienst im März 2026 um 2 % steigen würden. Zuvor hatte Statbel prognostiziert, dass der Mechanismus erst im Januar greifen würde.

Löhne und Gehälter steigen

Das Sozialsekretariat Acerta und der HR-Dienstleister SD Worx haben berechnet, dass über eine halbe Million Arbeitnehmer in Belgien im nächsten Jahr eine Gehaltserhöhung von rund 2,2 % erhalten werden. Dazu gehören Angestellte, Beschäftigte in der Lebensmittelindustrie, in der Gastronomie und im Transportwesen.

Die Lohnindexierung wird in der Privatwirtschaft in Belgien anders berechnet. Zeitpunkt und Prozentsatz hängen von der jeweiligen Branche ab und sind in verbindlichen Tarifverträgen festgelegt. Der genaue Prozentsatz hängt auch von den Reformen der Regierung ab, die die Indexierung der Löhne und Gehälter begrenzen kann. In jedem Fall wäre ein Anstieg um 2,2 % deutlich geringer als die starke Indexierung Anfang 2025, als die Löhne um 3,58 % stiegen.

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