Richter in Belgien unterschätzen die Folgen von Gewalt gegen Frauen noch immer viel zu oft. Dies geht aus einem Bericht hervor, in dem Experten des Europarats die Maßnahmen in Belgien gegen Gewalt gegen Frauen bewerten.
Europarat: Richter in Belgien unterschätzen nicht selten das Problem Gewalt gegen Frauen
Worin genau liegt das Problem? Laut Europarat betrifft es Zivilrichter, beispielsweise Familienrichter, die gewalttätigen Vätern Besuchsrechte oder das Sorgerecht für Kinder zusprechen, weil sie die zuvor begangene Gewalt gegen ihre Partnerinnen allzu oft nicht ausreichend berücksichtigen.
Der Europarat plädiert in der Frage der Gewalt gegen Frauen für mehr Frauenhäuser in Belgien, in denen gewaltgeschädigte Frauen auch längerfristig und kostenlos bleiben können. Insgesamt schneidet Belgien bei diesem Thema aber gut ab. Vor zwei Jahren waren Belgien eines der ersten Länder, die ein Gesetz zur besseren Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einführte.
Vor sexuellen Handlungen ist laut belgischem Gesetz eindeutig eine Einwilligung der Frauen erforderlich, andernfalls handelt es sich um Vergewaltigung. Zudem gibt es zahlreiche Beratungsstellen für Opfer sexueller Gewalt und Frauenhäuser in allen Ländern und Regionen in unserem Land.
Alles in allem hat Belgien große Fortschritte in dieser Frage erzielt, aber nach Ansicht des Europarats besteht hier noch Verbesserungspotenzial.
