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Inland
Wirtschaft

Zweiter Streiktag in Belgien: ÖPNV in Brüssel stark betroffen, Aktionen bei der VRT, in Schulen oder auch im öffentlichen Dienst

An diesem zweiten der drei Streiktage gegen die Sparmaßnahmen und Reformen der belgischen Regierung vor allem im sozialen Bereich sind die unterschiedlichsten Bereich im Land betroffen. Neben den Verkehrsbetrieben in ganz Belgien ist auch der öffentliche Dienst stark betroffen: Kommunalverwaltungen, das Gesundheitswesen, Schulen und anderes mehr. 

Andreas Kockartz
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Den Streikaufrufen der Gewerkschaften wird auf unterschiedliche Weise gefolgt: In vielen Städten und Gemeinden fällt der ÖPNV weitgehend aus, es kann zu Streiks bei der Post und in verschiedenen Kommunal- bzw. Provinzverwaltungen kommen, auch Polizisten und Beschäftigte im Gesundheitswesen, sprich in den Krankenhäusern legen ihre Arbeit nieder, ebenso die Mitarbeiter in zahlreichen Sozialhilfezentren. In Brüssel und in Gent wird an diesem Dienstag z.B. der Müll nicht abgeholt.

In Brüssel und Flandern wird der öffentliche Rundfunk VRT bestreikt. Die TV-Nachrichten fallen kürzer aus, im Radio wird mehr Musik gespielt, als sonst und von den Redaktionen in den verschiedenen Regionen kommt an diesem Tag nichts. Vor dem Funkhaus an der Reyerslaan in der Brüsseler Gemeinde Schaarbeek stehen Streikposten, die allerdings alle arbeitswilligen Kolleginnen und Kollegen reinlassen.

Auch in den belgischen Gefängnissen wird gestreikt und in Flandern ist der Schiffsverkehr betroffen, sowohl an den Häfen von Gent, Zeebrügge und Antwerpen als auch in der Binnenschifffahrt. Am Regionalflughafen von Ostende fallen Flüge aus. 

Warum wird gestreikt?

Die Streiks begannen de facto bereits seit Jahresanfang. Dies ist z.B. bereits der 25. Bahnstreik in diesem Jahr. Am Montag (24. November) wurde auf Regierungsebene überraschend eine Einigung über den Haushalt erzielt – mit den hier auch kritisierten Einsparungen. Die Regierung hat die Gewerkschaften damit wohl überrumpelt. Laut den Gewerkschaften gibt es aber viele Gründe, weiterzumachen. Einsparungen in Höhe von rund 5 % des Brutto-Inlandsprodukte seien erst der Anfang heißt es da.

Der Streik richtet sich gegen die Reformpläne zu folgenden Punkten:

  • Renten: Wer frühzeitig in Rente geht, erhält eine niedrigere Rente.

  • Flexibilität am Arbeitsmarkt: Arbeitnehmer müssen auf Verlangen des Arbeitgebers in bestimmten Zeiträumen mehr leisten. Und wer Nachtschichten übernimmt, erhält künftig einen geringeren Zuschlag.

  • Index (die Anpassung der Löhne und Gehälter an die Inflation): Der Indexsprung fällt zwar aus, dafür gibt es aber eine sogenannte „Cent-Anpassung“. Wer mehr als 4.000 € brutto im Monat verdient, wird in den Jahren 2026 und 2028 keine automatische Indexierung eines Teils seines Gehalts bekommen.

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