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Belgien kauft Drohnenabwehrgewehre im Wert von 2,8 Mio. € vom australischen Hersteller DroneShield

Belgien wird neue Drohnenabwehrgewehre beim australischen Rüstungsunternehmen DroneShield erwerben. Der Vertrag hat einen Wert von rund 2,8 Mio. €. Diese Gewehre sollen Belgien dabei helfen, Flughäfen und Militärbasen besser vor Drohnenangriffen zu schützen. „Die Gewehre sind jedoch nur ein Teil der Lösung“, so der VRT NWS-Verteidigungsexperte Jens Franssen. DroneShield ist ein australisches Technologieunternehmen, das sich auf Verteidigungstechnologie, insbesondere auf Drohnenabwehrsysteme, spezialisiert hat.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Belgien wird Drohnenabwehrgewehre (sogenannte Counter- bzw. Anti-Drohnen-Störsender) im Wert von 2,8 Mio. € erwerben, die Drohnen außer Gefecht setzen, ohne sie zu zerstören. Es handelt sich dabei nicht um Waffen im eigentlichen Sinne, sondern um Geräte, die Radiowellen aussenden, um die Kommunikation einer Drohne zu stören.

Der Kauf ist Teil eines umfassenderen Investitionspakets von 50 Mio. € kurzfristig und einer halben Milliarde Euro langfristig. Dies hatte Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) bereits angekündigt.

Wie funktionieren diese Drohnenabwehrgewehre?

Die „Gewehre“ senden starke Funksignale aus. Dadurch verliert die angreifende oder spionierende Drohne den Kontakt zu ihrem Piloten oder zum entsprechenden GPS-System. Die Drohne verliert daraufhin die Orientierung und stürzt in der Regel senkrecht ab oder fliegt zu ihrem Startpunkt zurück.

„Drohnenabwehrgewehre sind natürlich nur ein Teil der Lösung“, so  VRT NWS-Verteidigungsexperte Jens Franssen: „Zunächst muss man wissen, dass sich eine Drohne in der Nähe befindet. Dies geschieht mithilfe von Radargeräten, Detektoren, Sensoren oder Spezialkameras. Eine Drohnenabwehrkanone ist oft nur der letzte Schritt. Und selbst dann kann man sie nicht überall gefahrlos abschießen.“

Das Problem mit der Drohnentechnologie ist ihre rasante Entwicklung. Was heute bestellt wird, kann in anderthalb Jahren bereits völlig veraltet und damit unbrauchbar sein. Das australische Unternehmen DroneShield beliefert bereits zahlreiche westliche Armeen. Auch viele Flughäfen gehören zu den Kunden.

Drohnen über Belgien

Mit dieser Neuanschaffung hofft die Regierung, die zahlreichen Luftraumverletzungen durch Drohnen über Flughäfen und Militärbasen in Belgien einzudämmen. Konkrete Zahlen zu den Drohnenvorfällen in diesem Jahr liegen noch nicht vor. Im Jahr 2024 wurden in Belgien rund 30.000 Drohnenvorfälle registriert, doch nur zweimal musste ein Flugzeug die Start- und Landebahn wechseln.

In diesem Jahr ist die Lage deutlich ernster. Innerhalb weniger Tage mussten vier zivile Flughäfen vorübergehend geschlossen werden: der Flughafen Brüssel, der Flughafen Lüttich, der Flughafen Ostende und der Flughafen Deurne. Die belgischen Sicherheitsbehörden sind sich weitgehend sicher, dass die Drohnenvorfälle von Russland verursacht werden. Russland soll Belgien wegen seiner Rolle bei der Freigabe russischer Vermögenswerte, die bei Euroclear in Brüssel gelagert sind, ins Visier genommen haben.

Die Indizien verdichten sich. Drohnen tauchen über strategischen Standorten wie Kleine-Brogel (Limburg) und Elsenborn (Ostbelgien) auf - Orte von militärischer Bedeutung in Grenznähe. Darüber hinaus handelt es sich nicht um ein einzelnes Flugzeug, sondern um mehrere Drohnen, die mitunter in Formation zu fliegen scheinen. Sie tauchen meist im Dunkeln auf, was auf Erfahrung und technisches Know-how hindeutet: Für Amateure ist Nachtflug alles andere als einfach. Obwohl noch unklar ist, um welche Art von Drohnen es sich handelt (klare Bilder fehlen), haben die Ermittler laut Sicherheitskreisen einige konkrete Anhaltspunkte. Belgien tappt also nicht völlig im Dunkeln.

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