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Umwelt & Klima
Energie

Erdgas teurer (+45 Euro), Strom günstiger (-34 Euro): Maßnahmen belasten Energierechnung

Die Verbrauchssteuern (Akzisen) auf den privaten Stromverbrauch sollen bis 2029 um 170 Millionen Euro sinken, die auf Erdgas und Heizöl hingegen bis 2029 auf 393 Millionen Euro steigen. Das geht aus den ersten Tabellen des Haushaltsabkommens hervor. Für einen flämischen Haushalt bedeutet das laut Energieexperte Ruben Baetens im Schnitt eine jährliche Senkung um 34 Euro für Strom und eine Erhöhung um 45 Euro für Gas. Auch die Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel steigen.

Martina Luxen Belga
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„Aller Anfang ist schwer, aber es ist ein Anfang“, kommentiert Energieexperte Ruben Baetens die Anpassungen der Verbrauchssteuern, die die Regierung von Bart De Wever in den kommenden Jahren umsetzen will. Baetens leitet das Institute for Energy and Society der KULeuven und hat berechnet, was das konkret für einen durchschnittlichen flämischen Haushalt bedeutet.

„Kurz gesagt: Die Stromrechnung sinkt um 34 Euro (-3 Prozent) und die Gasrechnung steigt um 45 Euro (+3 Prozent). Gut fürs Klima", so Baetens.

Für eine beträchtliche Zahl von Haushalten jedoch weniger gut für den Geldbeutel.

Die jährliche durchschnittliche Erhöhung der Verbrauchssteuern beginnt bereits ab 2026 mit einer Erhöhung um 110 Millionen Euro für Erdgas und Heizöl zusammen. Baetens gibt jedoch zu bedenken: Die Strompreise betreffen ausdrücklich die Haushalte), bei Erdgas wird jedoch nicht in Bezug auf Haushalte gesprochen. Möglicherweise gilt die Erhöhung auch für Handelsbetriebe und Unternehmen.

Eine Verbrauchssteuer ist ein fester Betrag auf den Verbrauch. Die Mehrwertsteuer ist ein Prozentsatz auf den Preis. Und das kann einen großen Unterschied machen.

Beispiel: Angenommen, Sie verbrauchen 1.000 Kilowattstunden (kWh). Auf diese 1.000 kWh erhebt der Staat 10 Euro Verbrauchssteuer und 21 Prozent Mehrwertsteuer. Wenn der Preis dieser 1.000 kWh von 100 auf 200 Euro steigt, zahlen Sie 42 Euro Mehrwertsteuer. Die Verbrauchssteuer hingegen bleibt unverändert bei 10 Euro. Ob die 1.000 kWh nun 100 Euro, 200 oder 300 Euro kosten: Die Verbrauchssteuer steigt nicht.

Nur, wenn Ihr Verbrauch steigt, zahlen Sie mehr Verbrauchssteuer. In unserem Beispiel: Wenn Sie 2.000 kWh Gas verbrauchen, zahlen Sie 20 Euro Verbrauchssteuer. Wenn Ihr Verbrauch auf 3.000 kWh steigt, sind es 30 Euro. Es besteht also ein direkter Zusammenhang zwischen Ihrem Verbrauch und der Verbrauchssteuer.

Auch Benzin und Diesel teurer

Auch die Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel steigen. Diese Erhöhung beginnt ab 2027 mit 50 Millionen Euro pro Jahr.

Haushalte, die mit fossilen Brennstoffen heizen und fahren, müssen also zwei Erhöhungen verkraften.

2 Millionen flämische Haushalte betroffen, 700.000 wallonische 

Die Erhöhung der Verbrauchssteuern auf Gas würde die Flamen stärker treffen als die Wallonen, hieß es aus bestimmten Kreisen.

Die Energieredakteure bei VRT NWS haben die offiziellen Zahlen überprüft: In Flandern gab es Ende 2024 laut Daten der flämischen Regulierungsbehörde (VNR) 2.060.632 private Gasanschlüsse. In Wallonien waren es Ende 2023 laut Cwape, dem wallonischen Pendant, 713.428. Das sind gut 1,3 Millionen Anschlüsse weniger.

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