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Das Armutsrisiko ist in Brüssel und in wallonischen Gemeinden mit Abstand am höchsten

Nach aktuellen Zahlen des belgischen Statistikamtes Statbel ist das Armutsrisiko in Belgien in Brüsseler Gemeinden wie Saint-Josse-ten-Noode, Molenbeek und Anderlecht am höchsten. Auch viele Familien in Charleroi (Hennegau), Lüttich und Verviers (Provinz Lüttich) leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze.  Am niedrigsten ist das Armutsrisiko in Zemst und Galmaarden (beides in Flämisch-Brabant). 

Andreas Kockartz
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Statbel berechnet die Armutsgrenze in Belgien anhand des mittleren Haushaltseinkommens. Dazu kombiniert das Amt alle Daten zu steuerpflichtigen und steuerfreien Einkünften (Erwerbseinkommen, Sozialleistungen, Renten, Mieteinnahmen, Kindergeld, Kapitaleinkünfte usw.). Diese Einkünfte werden für eine ganze Familie addiert und nach der Haushaltszusammensetzung bereinigt. 60 % dieses mittleren Einkommens bilden die nationale Armutsgrenze.

Das bedeutet auch, dass diese Grenze relativ ist: Sie steigt oder fällt mit dem mittleren Haushaltseinkommen in Belgien. Die Brüsseler Gemeinden Sint-Joost-ten-Noode (33 %), Sint-Jans-Molenbeek (31,2 %), Anderlecht (28 %), Koekelberg (26,2 %) und Schaarbeek (26,1 %) bilden die Top 5. Auch Charleroi, Lüttich und Dison, eine Nachbargemeinde von Verviers, gehören zu den zehn am stärksten betroffenen Gemeinden.

Neben diesem Problem in Brüssel fällt auf, dass sich auf einer Karte des französischsprachigen Belgiens eine Linie von West nach Ost ziehen lässt, die Gemeinden mit hohem Armutsrisiko markiert. Diese Linie beginnt in Quiévrain (Hennegau), verläuft durch die Städte Mons und Charleroi (beides Hennegau), die wallonische Regionalhauptstadt Namür und Lüttich und endet in Visé (bei Lüttich).

Das höchste Armutsrisiko in Flandern weist Antwerpen (18,1 %) auf. Danach folgt die Gemeinde Ronse (Ostflandern, 13,5 %) mit der niedrigsten Armutsquote. Die Gemeinden mit dem geringsten Armutsrisiko liegen ebenfalls alle in Flandern: Zemst (3,4 %), Galmaarden (3,4 %), Horebeke (Ostflandern, 3,5 %), Rotselaar (3,5 %) und Herne (3,5 %, beides Flämsch-Brabant).

Höchste Einkommen an der Grenze zu Luxemburg

Die Daten zeigen, dass das mittlere Einkommen in Belgien in sieben an Luxemburg grenzenden Gemeinden am höchsten ist: Attert, Messancy, Saint-Légern, Arlon, Etalle, Habay und Fauvillers. Kraainem und Oud-Heverlee (beide in Flämisch-Brabant) und De Pinte (Ostflandern) in Flandern komplettieren die Top Ten. Die niedrigsten Einkommen in Belgien finden sich wiederum in Brüsseler Gemeinden wie Sint-Joost, Molenbeek, Anderlecht und Koekelberg. Charleroi, Dison (bei Verviers) und Lüttich gehören ebenfalls zu den Top 10.

In Flandern sind die niedrigsten Durchschnittseinkommen in Antwerpen, Ronse, Mesen, Ostende und Blankenberge (alle drei in Westflandern) zu finden. Die höchsten Einkommen in Flandern finden sich - abgesehen von den oben genannten Gemeinden Kraainem, De Pinte und Oud-Heverlee - in Tervuren und Wezembeek-Oppem.

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