Die flämische Arbeitsministerin Zuhal Demir (Nationalisten, N-VA) setzt die Subventionen für den Fortbildungsurlaub in der Zeitarbeitsbranche vorübergehend aus. Grund sind Hinweise auf massiven Subventionsbetrug durch mehrere Zeitarbeitsfirmen.
Flämische Ministerin Demir stoppt zeitweise Gelder für Bildungsurlaub bei Interim-Firmen
Die Subventionen ermöglichen es Zeitarbeitskräften, während einer Weiterbildung ihren Lohn zu behalten. Doch laut einem Bericht der Tageszeitung Het Laatste Nieuws sollen mindestens zwei Agenturen – Accent Jobs und Itzu – Gelder für nicht absolvierte oder nicht förderfähige Schulungen beantragt haben.
„Das Ausmaß des Betrugs ist derzeit schwer zu beziffern“, so Ministerin Demir. Es wird jedoch geschätzt, dass mehrere Millionen Euro erschlichen wurden.
Der flämische Bildungsurlaub ist ein Recht für alle Beschäftigten im Privatsektor. Pro Jahr können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zu 125 Stunden Weiterbildung absolvieren – bei voller Lohnfortzahlung. Für jede absolvierte Stunde einer anerkannten Schulung erhält der Arbeitgeber 15 Euro vom Staat zurück.
Demir hat nun angeordnet, alle Zahlungen an die Zeitarbeitsbranche mit sofortiger Wirkung zu stoppen. Die beiden betroffenen Unternehmen werden unter Verwaltung gestellt.
„Ich habe meine Verwaltung angewiesen, die Zahlungen sofort einzustellen und eine umfassende Untersuchung durch die Inspektionsdienste einzuleiten“, erklärte Demir: „Zudem werde ich Vertreter der Zeitarbeitsbranche zu einem Gespräch einladen.“
