Zum Hauptinhalt springen

Belgischer Soldat aus dem Ersten Weltkrieg feierlich in De Panne beigesetzt

Ein belgischer Soldat, der im Ersten Weltkrieg gefallen war und dessen sterbliche Überreste erst 2024 am Ufer der IJzer bei Diksmuide (Provinz Westflandern) entdeckt wurden, ist am Tag vor dem Waffenstillstand, am 11. November, mit militärischen Ehren beigesetzt worden. Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA) nahm an der Zeremonie teil. Da die Identität des Soldaten nicht geklärt werden konnten, trägt sein Grab die schlichte Inschrift: „Unbekannt“.

Radio 1 Martina Luxen
Veröffentlicht:

Dass menschliche Überreste im Westhoek, dem Kriegsschauplatz des Ersten Weltkriegs, gefunden werden, kommt jeden Monat vor. Meist sind es gefallene Briten, Franzosen oder Deutsche, gelegentlich auch um Australier, Kanadier oder Neuseeländer.

ANSEHEN

Von belgischen Soldaten werden jedoch selten Überreste gefunden: zuletzt 2016 und 1952, erklärt Steve Maertens vom War Heritage Institute in der Sendung De Ochtend auf Radio 1. Der unbekannte belgische Soldat, der heute feierlich bestattet wurde, war am 23. September 2024 am Ufer der IJzer gefunden worden. Eine Fundstelle, die aufhorchen ließ, da entlang des belgischen Frontabschnitts zwischen Nieuwpoort und Diksmuide kaum Infrastruktur vorhanden war.

Wer war dieser Soldat?

Die forensischen Untersuchungen ergaben, dass es sich vermutlich um einen jungen Mann zwischen 17 und 20 Jahren handelte, etwa 1,65 bis 1,76 Meter groß. Ein Uniformknopf deutet darauf hin, dass er nach 1915 gefallen sein muss – das Modell wurde erst ab diesem Jahr eingeführt.

 500 vermisste Soldaten kamen in Frage

Anfangs hatten die Namen von 500 vermissten Soldaten auf der Identifizierungsliste gestanden. Anhand der unterschiedlichen Uniformen konnte die Liste auf 83 Namen reduziert werden.

Ein später entdeckter Ring mit Jagdhorn-Gravur ließ auf eine Infanterie-Einheit schließen. So schrumpfte die Liste auf 21 mögliche Namen.

Vier davon passten alters- und größenmäßig: Omer Boone, Auguste Lutaine, Robert Pertry und Hector Meulemeester. Ein DNA-Test mit einem Nachfahren von Meulemeester brachte jedoch keine Übereinstimmung.

Ein würdiger Abschied

„Dieser Soldat hat sein Leben für unser Land gegeben. Ihm einen würdigen Abschied zu bereiten, ist das Mindeste, was wir noch für ihn tun können“, betont Steve Maertens.

Die Gedenkfeier hat am frühen Montagmorgen mit einem Fackelmarsch begonnen. Dieser führte entlang der IJzer bis zu einem erhaltenen Schützengraben. Musik und Erzählungen erinnerten an die 250 belgischen Soldaten, die dort ihr Leben ließen.

Der Sarg wurde anschließend auf einem originalgetreuen Pferdewagen von der Militärpolizei  zum belgischen Soldatenfriedhof in De Panne eskortiert.

Am Nachmittag fand die öffentliche Beisetzung mit militärischen Ehren statt.

„Die Wahl des Datums ist kein Zufall“, so die Organisatoren: „Gerade in der heutigen Zeit dürfen wir nie vergessen, wie viele junge Männer im Krieg gelitten haben.“

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5