Am Arentshof (Foto), wohl eine der meistfotografierten Fassaden von Brügge, konnte jetzt eine wichtige und erforderliche Renovierung abgeschlossen werden. Die Arbeiten waren notwendig, um die hölzernen Außenkonstruktionen und die Buntglasfenster erhalten zu können. Bemerkenswerterweise verbirgt sich hinter dieser quasi weltbekannten Fassade ein weitaus weniger bekannter Ort.
Bekanntes Fotomotiv: Die ikonische Fassade an der Bonifaciusbrücke in Brügge wurde jetzt renoviert
Wenn die Bonifaciusbrücke die meistfotografierte Brücke in Brügge ist, dann muss das dahinterliegende Gebäude mit seiner Holzfassade eines der meistfotografierten Häuser im Venedig des Nordens sein. Die Fassade befindet sich im unter Denkmalschutz stehenden historischen Stadtbild, wozu Dijver, Arentshuis, Gruuthuse und die Liebfrauenkirche gehören. Wie die Bonifaciusbrücke ist auch das hintere Gebäude keineswegs so mittelalterlich, wie es scheint. Die renommierten Architekten Jozef und Luc Viérin entwarfen es erst 1936 als Erweiterung eines Hauses aus dem 17. Jahrhundert in einem Stil, der sich ergänzend in die Umgebung harmonisch einfügt.
Sehr schlechter Zustand
„Der Zustand von 1936 wurde weitgehend erhalten, doch waren Restaurierungsarbeiten notwendig, um die Holzfassade und die Buntglasfenster zu bewahren“, sagte Brügges Schöffe für Denkmalpflege Mathijs Goderis (Vooruit): „Das Blei war in einem sehr schlechten Zustand. Die Buntglasfenster wurden demontiert, gereinigt und mit Bleistreifen und Dichtungsmasse versehen. Die Holzverbindungen erhielten eine glatte, dunkelbraune Oberfläche.“ Die Stadt Brügge bewilligte einen Zuschuss von 6.000 € für die Arbeiten.
Was viele nicht wissen: Hinter der markanten Fassade betreibt Lyne Vanhaecke seit 20 Jahren ein Bed & Breakfast. „Hinter den Buntglasfenstern im Erdgeschoss befindet sich tatsächlich unser Frühstücksraum“, erzählte Vanhaecke gegenüber VRT NWS: „Der Vorbesitzer, Baron van der Elst, hatte eine große Leidenschaft für die flämischen Primitiven. Mit einem durchdachten Einsatz von Farben und robusten Möbeln wollte ich die Atmosphäre dieser Zeit einfangen.“
Das Interieur ergänzt somit den Blick auf das Weltkulturerbe. Doch vom Fenster aus sehen die Gäste auch die vielen Touristen, die vom anderen Ufer oder von vorbeifahrenden Touristenbooten aus herüberschauen. „Trotzdem fühlen wir uns nicht beobachtet“, so Vanhaecke: „Es ist ruhiger hier, als man vielleicht denkt. Die meisten Gäste frühstücken gegen 9 Uhr. Dann ist noch niemand da. Die Boote legen auch noch nicht ab…“
