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ESA startete wichtigen Beobachtungssatelliten - Belgien hat einen nicht unerheblichen Anteil an dem Projekt

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) hat am Dienstagabend einen neuen Satelliten gestartet, der mithilfe von Radarbildern unter anderem potenzielle Klimakatastrophen sichtbar macht. Der Satellit kann schnell betroffene Gebiete konkret ins Bild bringen und spürt sogar illegale Fischerei auf. Das Besondere an dem Satelliten ist sein belgischer Bezug.

Andreas Kockartz
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Dies ist der dritte Satellitenstart der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in diesem Jahr. Die vorherigen Starts betrafen Wettersatelliten. Sentinel-1D, der am Dienstagabend kurz nach 21 Uhr belgischer Zeit von Kourou in Französisch-Guayana aus gestartet wurde, ist ein sogenannter Erdbeobachtungssatellit. Der Satellit wird die Erde mindestens sieben Jahre lang umkreisen und Wissenschaftlern detaillierte Daten liefern.

„Diese reichen von der Erkennung von Ölverschmutzungen auf See und illegaler Fischerei über die Beobachtung des Klimawandels, die Überwachung von Wäldern und Landwirtschaft bis hin zur Kartierung von Erdrutschrisiken und der Bereitstellung von Hilfe bei Naturkatastrophen wie Waldbränden“, sagt Arnaud Vajda, Vorsitzender des Exekutivausschusses des Belgischen Wissenschaftspolitischen Büros (BELSPO). Da der neue Satellit Radarsignale nutzt, benötigt er kein Sonnenlicht. Das bedeutet, dass Daten auch bei bewölktem Wetter oder nachts erfasst werden können.

Vanessa Matz (MR), Belgiens Ministerin für Wissenschaftspolitik, reagierte zufrieden: „Während der schweren Überschwemmungen 2021 in unserem Land halfen die Daten des Vorgängers dieses Satelliten, die betroffenen Gebiete schnell zu umreißen und die Rettungsdienste zu unterstützen. Der neue Satellit wird noch umfassendere Daten liefern können.“

Belgisches Herzstück

Das technologische Herzstück von Sentinel-1D wurde von der belgischen Niederlassung von Thales Alenia Space entwickelt. Das französisch-italienische Unternehmen hat drei Standorte in Belgien: Charleroi (Hennegau), Hasselt (Limburg) und Löwen (Flämisch-Brabant). Es ist auch für die Kommunikationsausrüstung des Satelliten verantwortlich. Dadurch können belgische Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen die entsprechenden Daten kostenlos nutzen. Die Küstenwache kann die Daten beispielsweise auch zur Schiffsüberwachung verwenden.

Belgiens Raumfahrt-Industrie

Belgien mag zwar flächenmäßig relativ klein sein, aber im europäischen Vergleich spielt unser Land eine wichtige Rolle in der Raumfahrt. Der belgische Beitrag beschränkt sich nicht auf Sentinel-1D. Der Satellit wird mit der Ariane-6-Rakete (Flug VA 265) gestartet, die für diesen Start mit zwei Boostern ausgestattet ist. Auch diese Trägerrakete ist mit belgischer Technologie bestückt. Sabca, bekannt für die Wartung der Kampfjets von Typ F-16 und F-35, fertigte Komponenten für die Triebwerke der Rakete. Das in Charleroi ansässige Luft- und Raumfahrtunternehmen Safran lieferte Präzisionsventile für das Triebwerk und auch Thales steuerte Komponenten zur Rakete bei.

Ministerin Matz hat angekündigt, im Rahmen der laufenden Haushaltsverhandlungen zusätzliche Mittel für die Raumfahrt zu fordern. Dies geschah als Reaktion auf einen dringenden Appell der belgischen Raumfahrtunternehmen, die drastische Budgetkürzungen von Seiten der Bundesregierung befürchten.

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