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Studie an der auch in Brüssel gearbeitet wurde: Smartphone-Standortdaten sind leicht zu entziffern und werden weiterverkauft

Die Standortdaten von Millionen Belgiern werden verkauft, wie eine Untersuchung mehrerer europäischer Medien, darunter die frankophone belgische Wirtschaftszeitung L'Echo, ergab. Und das birgt Risiken, insbesondere für Institutionen in Brüssel wie die NATO oder die Europäische Kommission. Die Daten werden zwar als anonym verkauft, aber offenbar ist es nicht schwer, herauszufinden, um welche konkrete Personen es sich bei den Nutzern handelt.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

L'Echo hat in Zusammenarbeit mit u.a. der französischen Zeitung „Le Monde”, dem niederländischen Sender „BNR” und der deutschen Website „Netzpolitik.org” Hunderte Millionen Standortdaten von rund 2,6 Millionen Smartphones, die in Belgien genutzt wurden, in die Hände bekommen - eine Fundgrube an Informationen.

Damit konnte genau nachvollzogen werden, welche Orte bestimmte Smartphonenutzer besucht haben -  von ihrer Privatadresse über ihren Arbeitsplatz und die Schule ihrer Kinder bis hin zu ihrem Fitnessstudio oder ihrem Lieblingsrestaurant.

Das Labor für Informatik der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven), weiß schon länger, dass Daten, die man über Apps oder bestimmte Spiele oft unbewusst preisgibt, weniger anonym sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Und das birgt Sicherheitsrisiken, insbesondere in geopolitisch sensiblen Zeiten. So befanden sich viele der in der Untersuchung von L'Echo und ihren Medienkollegen lokalisierten Telefone an sensiblen Orten z.B. im Brüsseler Europaviertel, bei der NATO oder in den belgischen Kernkraftwerken Doel und Tihange.

Es ist einfach, anonyme Daten auf ihre Nutzer zurückzuführen

Laut L'Echo zeigen die Datensätze, wie einfach es ist, vermeintlich anonyme Daten auf reale Personen zurückzuführen. Jedes Gerät erhält eine eindeutige Identifikationsnummer. Aber, man kann feststellen, dass eine solche Nummer z.B. nachts immer an einer festen Adresse erscheint und sich tagsüber zu einem erkennbaren Arbeitsplatz oder einer bestimmten Einrichtung bewegt. Damit kann der Nutzer in vielen Fällen problemlos identifiziert werden. So konnten Journalisten von L'Echo unter anderem ihren eigenen Chefredakteur und fünf EU-Beamte anhand ihrer täglichen Routen aufspüren.

Es handelt sich hierbei um Daten, die Smartphone-Nutzer – bewusst aber zumeist unbewusst - selbst preisgeben, indem sie bestimmte Spiele oder Apps herunterladen, die ihren Standort registrieren. Die Entwickler dieser Apps verkaufen diese Daten an sogenannte Datenbroker, die sie wiederum an Marketing- oder Werbeunternehmen weitergeben.

Doch in diesen geopolitisch sensiblen Zeiten sind diese Daten auch für „Kunden“ interessant, die eigentlich nichts zu verkaufen oder zu bewerben haben. Es ist also mehr Bewusstsein im Umgang mit Smartphones und Apps erforderlich. Denn bei weitem nicht bei allen Apps ist klar, welche Daten genau erfasst werden, abgesehen von der automatischen Weitergabe des Standorts eines Nutzers z.B. bei einer Dating-App…

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