Die Organisationen hinter der pro-palästinensischen Demonstration am Montagabend in Antwerpen sind schockiert über das Vorgehen der Polizei. Diese setzte unter anderem Wasserwerfer ein, weil sich die Aktivisten, die auf die weiterhin prekäre der Palästinenser in Gaza aufmerksam machen wollten, auf der Suikerrui neben dem Rathaus versammelt hatten, obwohl sie keine Genehmigung dafür hatten, gerade dort zu demonstrieren.
Polizei löst pro-palästinensische Demonstration in Antwerpen mit harter Hand auf
Die Aktivisten verstehen nicht, warum die Polizei so hart vorgegangen ist. Laut Anne-Marie Gielen von Pax Christi, einer der Organisatoren dieser Veranstaltungen, die dort wöchentlich demonstrieren - am Montag zum insgesamt 20.Mal, mussten drei Mitarbeiter zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden: „In den letzten Wochen war immer mehr Polizei vor Ort, um uns aufzufordern, von der Suikerrui zum Steenplein zu gehen. Letzte Woche war auch schon ein Wasserwerfer da, aber der wurde noch nicht eingesetzt.”
Am Montag war das anders: „Sie haben alle Mittel eingesetzt: Wasserwerfer, Pfefferspray... Wir wurden mit harter Hand wie Hooligans vertrieben. Menschen wurden umgerannt, umgestoßen, von Treppen gestoßen... es war wirklich unerträglich mit anzusehen.”
Die Stadt verteidigt ihr Vorgehen
Antwerpens Bürgermeisterin Els van Doesburg (N-VA) reagierte gegenüber VRT NWS über ihren Sprecher auf die Vorwürfe: „Die Organisation hat eine Genehmigung, um auf dem Steenplein zu demonstrieren. Immer wenn sich die Demonstranten nicht an die Vereinbarungen halten, greift die Polizei korrekt ein. Das Recht zu demonstrieren bedeutet nicht, dass man überall tun und lassen kann, was man will.“
Das Kabinett der Bürgermeisterin betont, dass der Einsatz von Wasserwerfern und Pfefferspray eine Entscheidung der Polizei war. Es habe auch ständige und Absprachen zwischen den Beamten und den Aktivisten gegeben. Die Stadt hatte zum ersten Mal ein Vermittlungsteam vor Ort. Aus Sicherheitsgründen sind Demonstrationen vor dem Antwerpener Rathaus und auf der naheliegenden Suikerrui untersagt.

