Das belgische Verteidigungsministerium hat den Befehl gegeben, Drohnen, die über militärischen Anlagen kreisen, abzuschießen. Dies ließ Armeechef Frederic Vansina (Foto) wissen. Inzwischen wird ein Programm, dass Belgien gegen Drohnen schützen soll, beschleunigt durchgeführt. Damit wird sich auch die nächste Ministerratssitzung der belgischen Bundesregierung befassen.
Belgiens Stabschef Vansina: "Drohnen über militärischen Standorten dürfen abgeschossen werden"
Wenn Drohnen über militärischen Anlagen in Belgien gesichtet werden, dann darf das „große Geschütz“ aufgefahren werden, sprich, diese sind zum Abschuss freigegeben worden.
„Wenn wir eine Drohne über einem Militärstandort wahrnehmen, dürfen wir diese stören und abschießen“, sagte Armeechef Vansina am Montag gegenüber VRT NWS. Bedingung ist allerdings, dass entsprechende Drohnen auf eine „vernünftige“ Art und Weise heruntergeholt werden können, so der General: „Am besten ohne Collateral Damage.“
Aber, die Mittel, um Drohnen zu bekämpfen - Störsender und „Droneguns“ - sind bei der belgischen Armee nur in begrenztem Maße verfügbar. Evident ist der Abschuss einer Drohne ohnehin nicht. Sie fliegen, wie in den vergangenen Tagen und Wochen erlebt, zumeist abends oder in der Nacht und sie sind klein und sehr wendig.
Sichtungen seit mehreren Tagen
In den letzten Tagen und Wochen störten bisher unbekannte Drohnen den Luftraum über zivilen und militärischen Flughäfen (Regionalflughäfen von Antwerpen und Ostende sowie den Nato-Stützpunkt Kleine-Brogel in Limburg, wo amerikanische Atomwaffen gelagert werden und F-16-Kampfjets stationiert sind. In Kürze werden dort auch F-35-Kampfjets stationiert) aber auch über andere Armeestandorte (Elsenborn in Ostbelgien, Leopoldsburg in Limburg und Marche-en-Famenne in der Provinz Luxemburg).
VRT-Experte für Armeeangelegenheiten Jens Franssen sagte dazu: „Die Verunsicherung beginnt zu wirken“. Inzwischen macht sich bei der belgischen Bevölkerung eine gewisse Unsicherheit durch diese Vorfälle bemerkbar.
Wie soll man bei einer Drohnensichtung vorgehen?
Der Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel bei Peer hat Empfehlungen für die Einwohner von Peer und den umliegenden Gemeinden veröffentlicht, falls diese verdächtige Drohnen sichten.
Zunächst wird davor gewarnt, sich von Falschmeldungen in den Medien oder sozialen Netzwerken irreführen zu lassen.
Anwohner werden gebeten, verdächtige Aktivitäten umgehend der Polizei zu melden.
Wer möchte, kann versuchen, die Drohne zu fotografieren oder zu filmen.
Es sollten außerdem so viele Informationen wie möglich gesammelt werden: Beschreibung der Drohne, Flugrichtung…

