Die Modedesignerin Marina Yee starb im Alter von 67 Jahren an Krebs, wie das Antwerpener Modemuseum mitteilte. Yee erlangte in den 1980er-Jahren als Mitglied der „Antwerp Six“ Bekanntheit. Zusammen mit ihren 5 Kollegen Dries Van Noten, Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dirk Bikkembergs und Dirk Van Saene machte sie die belgische Mode international bekannt.
Die Modedesignerin Marina Yee (67), bekannt für ihre Arbeit mit den „Antwerp Six“, ist gestorben.
„Mit großer Trauer haben wir vom Tod von Marina Yee erfahren. Am Samstag, dem 1. November, verlor sie ihren Kampf gegen den Krebs“, schrieb das Antwerpener Modemuseum auf Facebook. Yee wurde in den 1980er-Jahren als Mitglied der „Antwerp Six“ bekannt, zusammen mit Dries Van Noten, Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dirk Bikkembergs und Dirk Van Saene. Sie alle studierten an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen . 1986 zogen sie gemeinsam nach London, wo ihre kühnen und innovativen Designs sofort Aufsehen erregten.
Jede(r) von ihnen entwickelte einen eigenen Stil, doch gemeinsam etablierten sie Belgien fest auf der internationalen Modelandkarte. „Marina war vielleicht die unbekannteste der sechs“, sagte Kuratorin Kaat Debo vom Antwerpener Modemuseum: „Das mag auch mit ihrer ungewöhnlichen Karriere zusammenhängen. Dennoch hat sie die Mode maßgeblich geprägt“, betont Debo: „Sie kreierte Mode immer auf ihre eigene Art. Sie widersetzte sich stets dem hektischen Tempo der Modewelt. Außerdem setzte sie sich von Anfang an für Nachhaltigkeit ein, noch bevor dies für andere wichtig wurde.“
Yee führte zwischen 1986 und 1990 ihr eigenes Modelabel „Marie“. Dann zog sie sich eine Zeit lang aus der Modewelt zurück, um sich einer Karriere in der Modeausbildung als Dozentin zu widmen, zunächst an der Kunsthochschule Saint-Luc in Tournai (Provinz Hennegau) und später an der KASK in Gent und der KABK in Den Haag. 2018 wagte sie einen vorsichtigen Wiedereinstieg in die Modewelt, zunächst mit einer kleinen Produktion in Zusammenarbeit mit einem japanischen Partner, exklusiv für den asiatischen Markt. 2021 gründete sie ihr eigenes Modelabel „M.Y. Collection“.
„Ihre künstlerische Sensibilität reicht weit über die Mode hinaus: Sie entwarf auch Kostüme für Theaterproduktionen, schuf Gemälde, Collagen, Objekt- und Interieur-Designs sowie Grafiken. Ihr Werk, geprägt von einem tiefen humanistischen Bewusstsein, ist bis heute eine Inspirationsquelle für Generationen von Designern“, unterstreicht das Antwerpener Modemuseum.
