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Armeechef Frederik Vansina will nach neuem Drohnenvorfall auf die Tube drücken: „Die Zeit drängt.“

„Wir können diese Drohnen bekämpfen, indem wir in Ortungsgeräte, Störsender und Waffen investieren, um sie abzuschießen“, sagte Verteidigungsminister Frederik Vansina (Foto) in der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“) nach Vorfällen mit mutmaßlich von Russland gesteuerten Drohnen. In den letzten Tagen wurden zweimal mehrere Drohnen über dem Militärstützpunkt Marche-en-Famenne gesichtet. Daher will das Verteidigungsministerium schnell in entsprechende Ressourcen investieren. 

Andreas Kockartz
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Sowohl in der Nacht von Samstag auf Sonntag als auch in der Nacht wurden zum Donnerstag wurden mehrere Drohnen über dem Militärstützpunkt Marche-en-Famenne (Provinz Luxemburg) gesichtet. Nach den Drohnensichtungen in Elsenborn in Ostbelgien Anfang des Monats ereigneten sich nun drei Drohnenvorfälle in Belgien. Auch über Militärstützpunkten und anderen kritischen Standorten wie Flughäfen im übrigen Europa werden vermehrt Drohnen gesichtet.

„Es handelt sich um eine neue Bedrohung, der wir uns bewusst sind“, so Generalstabchef Frederik Vansina bei „Terzake“: „Die Automatisierung des Drohneneinsatzes in der Kriegsführung ist Realität, wie der Krieg in der Ukraine zeigt. Es ist absehbar, dass Drohnen künftig vermehrt im militärischen Kontext eingesetzt werden.“

Deshalb muss auch unser Land seine Verteidigung gegen Drohnen verstärken. Nach dem Vorfall auf dem Militärstützpunkt Elsenborn erklärte Verteidigungsminister Theo Francken (N-VA), er wolle den Aktionsplan gegen Drohnen beschleunigen: „Es wurde ein Dossier erstellt, das im Ministerrat erörtert wird und verschiedene Optionen zum Schutz unseres Landes vor dieser Bedrohung enthält.“

Störsender

Vansina wird zu den Frankenplänen konkret: „Dazu gehören Ortungsgeräte zur Identifizierung von Drohnen über Funkfrequenzen. Störsender, die es uns ermöglichen, die Kommunikation zwischen Drohnenpilot und Drohne zu unterbrechen. Und gegebenenfalls Waffen, um diese Drohnen abzuschießen.“ Dieses Dossier, oder der Aktionsplan, wie Francken es nennt, liegt schon länger vor: „Aufgrund der Vorfälle in Europa wollen wir einen Teil dieses Plans beschleunigen. Die Zeit drängt, deshalb wollen wir Ressourcen schneller beschaffen.“

Wir wollen so schnell wie möglich einsatzbereit sein, hoffentlich dauert es nicht länger als ein paar Monate“

Belgiens Stabschef General Frederik Vansina

Wenn der Ministerrat der belgischen Bundesregierung nächste Woche zustimmt, kann es schnell gehen: „Wir wollen so schnell wie möglich einsatzbereit sein, aber das hängt von den Lieferanten ab, und unsere Leute brauchen noch Schulungen. Hoffentlich dauert es nicht länger als ein paar Monate.“ Bis auf weiteres werden allerdings nur die militärischen Hauptquartiere mit diesen Verteidigungsressourcen ausgestattet sein.

Russland?

In den letzten Wochen wurden auch Drohnen über wichtigen Standorten in Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und den baltischen Staaten gesichtet. Untersuchungen zu den Vorfällen laufen in diesen Ländern sowie in natürlich auch in Belgien. Es ist schwierig festzustellen, woher diese Drohnen stammen. Manchmal werden sie von einem Schiff oder einem fahrenden LKW in einem bergigen Gebiet aus gesteuert. In solchen Fällen ist es schwer, die Piloten zu fassen.

Nicht selten arbeiten solche Leute auf Auftrag und wissen selbst nicht, wer dahintersteckt, so Vansina: „Natürlich steht Russland im Fokus der Ermittlungen. Wir beobachten ein Muster in Europa, das perfekt zu ihrer Strategie der hybriden Kriegsführung passt. Es ist eine moderne Methode, Unruhe zu stiften und Aufklärung zu betreiben. Die Russen beherrschen diese Technik meisterhaft, ohne dabei die Schwelle eines physischen Angriffs auf ein NATO-Land zu überschreiten.“

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