Die flämischen Rektorenschlagen Alarm, nachdem die flämische Landesregierung beschlossen hat, erneut erhebliche Kürzungen im Hochschulbereich vorzunehmen. Insbesondere die Universitäten müssen erhebliche Einsparungen vornehmen: knapp 35 Millionen Euro. „Wir sehen uns gezwungen, die Immatrikulationsgebühren gegen unseren Willen um 150 Euro pro Student zu erhöhen“, sagt Bernard Vanheusden, Vorsitzender des Flämischen Interuniversitären Rates (VLIR). Aber Ministerin Zuhal Demir (flämische Nationalistin N-VA) stellt klar: Eine solche Erhöhung wird es nicht geben.
Universitäten wollen Immatrikulation 150 € teurer machen; Ministerin lehnt das ab
Die flämischen Universitäten und Hochschulen müssen erneut erhebliche Einsparungen vornehmen: Ihre Grundfinanzierung wird um 46,3 Millionen Euro jährlich gekürzt. Am vergangenen Freitag hat die flämische Regierung einen Gesetzentwurf verabschiedet, der die Einsparungen festlegt.
So wird beispielsweise weniger Geld für ausländische Studierende aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (d. h. Nicht-EWR-Studierende) bereitgestellt. Dadurch werden 30,7 Millionen Euro eingespart. Und die sogenannten „Brüsseler Mittel“ werden vollständig gestrichen. Dabei handelt es sich um flämische Gelder, die als zusätzliche finanzielle Unterstützung für das niederländischsprachige Hochschulwesen in Brüssel dienen. 10,6 Millionen Euro werden gekürzt. Auch bei den Forschungseinrichtungen werden Einsparungen vorgenommen.
Universitäten besonders stark betroffen
Kürzungen in Höhe von 34,9 Millionen Euro bedeuten, dass die Universitäten innerhalb des flämischen Budgets für Hochschulbildung unverhältnismäßig stark betroffen sind.
Bernard Vanheusden, Vorsitzender des Flämischen Interuniversitären Rates (VLIR) und Rektor der Universität Hasselt, bestätigt dies. „Die Universitäten stehen vor einer enormen Herausforderung. Langfristig könnte dies sogar zum Verlust von 350 Vollzeitstellen führen, obwohl wir alles tun werden, um dies zu verhindern.“
Besonders stark betroffen sind die niederländischsprachigen Einrichtungen in Brüssel, unter anderem aufgrund des Wegfalls der Sonderzuwendungen, die die flämische Regierung für Brüssel bereitstellt. Sowohl die VUB als auch der Brüsseler Campus der KU Leuven sind davon betroffen. „Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Brüsseler Kollegen und werden die Auswirkungen gemeinsam tragen“, sagt Vanheusden.
„Die anderen Universitäten, darunter die Universität Gent, die Universität Antwerpen und die Universität Hasselt, werden freiwillig auf einen Teil ihrer Mittel verzichten. Das wird es für unsere Kollegen in Brüssel etwas erträglicher machen.“
Neben den Kürzungen im Hochschulbereich sind die Universitäten auch von einer Kürzung des Forschungsetats um 14,5 Millionen Euro betroffen. „Und das, obwohl im Koalitionsvertrag der flämischen Regierung steht, dass Forschung eine wesentliche Grundlage für Innovation und eine Quelle des Wohlstands sein muss“, betont Vanheusden.
Zusätzliche 150 Euro pro Student?
Um all diese Einsparungen zu verkraften, sehen die flämischen Universitäten keine andere Möglichkeit, als die Immatrikulationsgebühren zu erhöhen. „Alle Universitäten sind sich einig: Wenn uns so drastische Kürzungen auferlegt werden, haben wir keine andere Wahl, als die Immatrikulationsgebühren für alle Studierenden ohne Stipendium ab dem nächsten akademischen Jahr um 150 Euro zu erhöhen.“
Diese Maßnahme kann nur von der flämischen Bildungsministerin Zuhal Demir (flämische Nationalistin N-VA) umgesetzt werden. Sie will jedoch nichts von einer Erhöhung wissen. „Wir werden die Immatrikulationsgebühren nicht erhöhen, aber ich bin bereit, mich mit den anderen Optionen auseinanderzusetzen“, antwortete die Ministerin.
Kürzungen auch bei den Studienbeihilfen
Anfang dieses Monats wurde auch bekannt, dass Bildungsministerin Demir plant, knapp 34 Millionen Euro bei den Stipendien einzusparen. Der flämische Studentenverband (VVS) hat berechnet, dass durch diese Reform 20.000 Studenten ihren Anspruch auf ein Stipendium verlieren könnten.
„Dadurch wird es für diese jungen Menschen schwieriger, eine Hochschulausbildung zu absolvieren. Wir halten es für besonders besorgniserregend, dass auch Studenten direkt von diesen Einsparungen betroffen sind“, erklärte Rektor Vanheusden.
