Es vergeht kaum eine Woche ohne eine Meldung über eine Schießerei oder über andere Straf- und Gewalttaten, vor allem im Bereich der Drogenkriminalität in der belgischen Hauptstadt. Dennoch scheint die Gewalt in Brüssel insgesamt abzunehmen. Dies geht aus der Umfrage des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano hervor, über die die regionale Nachrichtenplattform BRUZZ berichtet.
Umfrage des Gesundheitsamtes Sciensano: Die Brüsseler erleben immer weniger Gewalt
Im vergangenen Jahr befragte das föderale Gesundheitsamt Sciensano 7.000 Belgier (davon etwa 600 in Brüssel lebende Personen) zu den Gewalterfahrungen, die sie in den letzten 12 Monaten erlebt hatten. Dazu gehörten psychische, physische und wirtschaftliche Gewalt sowie Diebstahl oder Einbruch. Die Ergebnisse zeigen, dass 8,4 % der Belgier im Zeitraum 2023-2024 Gewalt erlebten. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2013, bei der dies 10,2 % der Befragten angaben.
In Brüssel ist dieser Trend sogar noch ausgeprägter als auf nationaler Ebene. In der Region Brüssel-Hauptstadt sank die Zahl der Einwohner, die Gewalt erlebten, zwischen 2013 und 2023–2024 von 15,1 % auf 10,1 %. Auch in Wallonien war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen - von 11,9 % auf 6,9 %. In Flandern blieb die Gewalt im gleichen Zeitraum konstant bei 8,7 bis 8,8 %.
Die Zahlen fallen in eine Zeit, in der Gewalt in Brüssel regelmäßig Schlagzeilen macht. „Dennoch ist dieser Abwärtstrend nicht allzu überraschend“, sagte der Soziologe Ignace Glorieux von der flämischen Freien Universität Brüssel (VUB): „Experten sind sich einig, dass unsere Gesellschaft langfristig immer weniger gewalttätig geworden ist.“
