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Inland
Wirtschaft

Der Kurierdienst DHL fliegt seit 40 Jahren vom Brussels Airport aus

Der Kurierdienst DHL, eine Tochter der Deutschen Bundespost, ließ sich vor 40 Jahren am Flughafen von Brüssel nieder. Was als Startup mit 38 Mitarbeitern begann, die hauptsächlich Bankdokumente bearbeiteten, hat sich heute am Brussels Airport zum viertgrößten Luftfracht-Logistikzentrum von DHL weltweit entwickelt.

Andreas Kockartz
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Die Geschichte von DHL in Belgien beginnt 1978, als das Unternehmen begann, Sendungen abzuholen und auszuliefern - hauptsächlich Dokumente von Banken, Versicherungen und dem Hafen von Antwerpen. Die ersten Operationen erfolgten von einer Garage hinter einem Wohnhaus in Zaventem in der Nähe des belgischen Nationalflughafens aus.

1985 eröffnete DHL sein zentraleuropäisches Drehkreuz in Zaventem. Das 10.000 Quadratmeter große Lager beherbergte unter anderem das erste automatisierte Sortiersystem Europas. Dies markierte den Beginn von DHL Aviation: Pakete wurden nicht mehr mit kommerziellen Flügen befördert, sondern DHL führte die Flüge selbst durch.

16 Flugzeuge fliegen heute für das Unternehmen von Zaventem aus. Einige der Frachtflugzeuge wurden von der belgischen Fluggesellschaft European Air Transport (EAT) gechartert. Die allererste Nachtschicht fand Ende Juli 1985 statt.

Wachstum und Sozialdrama bei DHL in Brüssel

In den folgenden Jahren wuchs DHL weiter. EAT wurde ebenso übernommen, wie auch Gebäude des Konkurrenten Federal Express am Brussels Airport. Von anfänglich 30 Gepäckstücken pro Tag stieg die Zahl auf 50.000 pro Nacht und ab dem Jahr 2000 wurde die Marke von 120.000 Paketen pro Nacht regelmäßig überschritten.

Doch im Oktober 2004 kündigte das Unternehmen nach einer politischen und gesellschaftlichen Debatte über Nachtflüge die Verlagerung seines Europa-Drehkreuzes nach Leipzig an. Diese Verlagerung wurde 2008 durchgezogen und führte zu einem sozialen Drama in Zaventem. 800 der rund 2.000 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz und weitere 1.200 Arbeitsplätze gingen indirekt verloren.

Internationales Drehkreuz

Die Befürchtungen mancher, die Verlagerung des europäischen Drehkreuzes nach Leipzig würde das Ende für DHL am Brüsseler Flughafen bedeuten, erwiesen sich aber als unbegründet. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Brüsseler Drehkreuz von einem regionalen zu einem internationalen Drehkreuz. Im Februar 2018 wurde am Brucargo (dem Frachtbereich des Brüsseler Flughafens) ein komplett neues Gebäude eingeweiht, eine Investition von 140 Mio. €.

„Das Drehkreuz ist heute volumenmäßig größer als vor zehn Jahren, als Brüssel noch das europäische Drehkreuz für DHL Express war“, sagte DHL-CEO Ken Allen seinerzeit bei der Eröffnung. Bis zu 42.000 Pakete pro Stunde können abgefertigt werden.

Besondere Transporte

Derzeit arbeiten rund 1.600 Mitarbeiter für DHL Aviation am Brüsseler Flughafen. In den Wochennächten verkehren rund 50 Flüge (Ankünfte und Abflüge zusammen), bei denen 200.000 Sendungen abgefertigt werden. „Von allen Frachtfluggesellschaften haben wir die längste durchgehende Flugverbindung zum Brüsseler Flughafen“, so DHL. Von radioaktiven Isotopen bis zum Transport von Großen Pandas

„In über 40 Jahren, insbesondere seit den 2010er Jahren, sind wir zu einem wichtigen Bindeglied in den Prozessen vieler belgischer Unternehmen geworden“, sagt Kirsten Carlier, CEO von DHL Aviation: „Zu den zeitkritischen Sendungen, die wir per Luftfracht vom Flughafen Brüssel aus transportieren, gehören beispielsweise radioaktive Isotope zur Krebsbehandlung, da diese schnell ihre Wirksamkeit verlieren, maßgeschneiderte Stents für Herzoperationen oder wichtige Ersatzteile für Maschinen, die irgendwo auf der Welt außer Betrieb sind.“

Auch Sondertransporte bleiben in Erinnerung: 2014 transportierte DHL die ersten beiden großen Pandas für Belgien aus China in den Zoo Pairi Daiza im Hennegau. Während der Corona-Pandemie war das Unternehmen ein wichtiger Transporteur für Impfstoffe in die ganze Welt.

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