In Maasmechelen in der flämischen Provinz Limburg haben die Bauarbeiten für das neue Besucherzentrum für den Nationalpark Hoge Kempen begonnen. Dieser neue Haupteingang zum Naturschutzgebiet wird einem der ikonischen Fördertürme der ehemaligen Zeche Eisden-Lanklaar eine neue Funktion geben: „Ziel ist, den bestehenden Förderturm respektvoll zu erhalten.“
Baubeginn für das neue Besucherzentrum des Nationalparks Hoge Kempen: „Den Schacht von Eisden in seiner ganzen Pracht erhalten“
In Terhills in Maasmechelen wurde der symbolische Grundstein für das neue Besucherzentrum des Nationalparks gelegt. Dieses Zentrum soll zum zentralen Eingang zum Nationalpark Hoge Kempen (NPHK) werden. „Wir verzeichnen eine steigende Besucherzahl und um diese Leute unterzubringen, ist eine gute Infrastruktur erforderlich“, erklärte NPHK-Koordinator Johan Van Den Bosch.
Das neue Besucherzentrum wird in einem bestehenden Gebäude errichtet, dem westlichen Förderturm der ehemaligen Zeche Eisden. „Ziel ist, den bestehenden Förderturm respektvoll zu erhalten“, sagte Architekt Jan Keymis dazu gegenüber VRT NWS: „Das neue Gebäude muss daher sehr schlicht wirken. Wenn man das fertige Gebäude erreicht, sieht man den alten Bergwerksschacht in seiner ganzen Pracht. Es wird ein großes Vordach geben, unter dem man hindurchgehen muss, um hineinzukommen. Wenn man nach oben schaut, sieht man sich selbst, denn die Unterseite des Vordachs ist mit Spiegeln bedeckt. Die Oberseite des Vordachs ist ein ‚Gründach‘.“
„Im Inneren des neuen Gebäudes sind verschiedene Funktionen integriert. Man kann einen Weg zum Shop, zum Informationsschalter oderzur Cafeteria nehmen oder direkt in den Park gehen“, so Keymis: „Man kann aber auch einen abenteuerlichen Spaziergang zu den Aussichtspunkten und Terrassen unternehmen. Dank Brücken und einem Panoramaaufzug kann man die Umgebung auf eine einzigartige Weise betrachten.“
Eine kluge Investition
„Die neuen Gebäudeteile sind sehr nachhaltig gebaut, was für den Zugang zu einem Naturschutzgebiet angemessen ist“, fährt Keymis fort: „Sie sind in Holzrahmenbauweise errichtet. Dies ermöglicht eine deutlich bessere Isolierung und den Einsatz nachhaltiger Materialien. Die Gebäudeverkleidung und das Flachdach sind zudem vollständig abnehmbar und recycelbar. Wir werden das Gebäude mit Erdwärme heizen, daher werden wir in Eisden erneut bohren.“
Die Kosten für das neue Projekt? „Derzeit liegen wir bei 3,6 Mio. €“, verdeutlichte Koordinator Van Den Bosch: „Limburg Sterk Merk (LSM, etwa „Limburg starke Marke“) ist der größte Geldgeber, aber auch die flämische Landesagentur für Natur und Wals und die flämische Regierung beteiligen sich.“ Seiner Meinung nach handelt es sich hierbei um eine kluge Investition. „Für jeden Euro, den man in die Qualität von Natur und Landschaft in Limburg investiert, erhält man 10 € zurück. Das schafft einen Nährboden für andere Investitionen, wie Hotels, B&Bs und Restaurants. Natur ist in Limburg ein großes Geschäft.“
„Es ist nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig, ein Besucherzentrum vollständig innerhalb einer bestehenden Struktur zu bauen. Das erfordert viel technisches Wissen und Einfühlungsvermögen“, erklärte Van Den Bosch. Die Eröffnung des neuen Gebäudes ist für 2027 geplant. „Phase 1 startet jetzt. Phase 2 folgt unmittelbar, dauert aber mindestens anderthalb Jahre“, so Architekt Keymis: „Danach folgt eine Phase 3, um das gesamte Programm abzuschließen. Wir liegen also für etwa zwei Jahre definitiv im Zeitplan.“
