Gärten in Flandern sind ein wichtiges Bindeglied im Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der Artenvielfalt. Dies zeigt eine 5 Jahre laufende Forschung, an der sich vor allem Hobbygärtner und Privatleute über der Plattform "Mijn Tuinlab" (etwa "Mein Gartenlabor") beteiligten, eine Initiative der Erasmus-Hochschule in Brüssel, der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) und der Naturschutz-Initiative "Natuurpunt", die vom flämischen Landes-Umweltministerium unterstützt wurde.
Privatgärten in Flandern sind nach einer fünfjähriger Untersuchung entscheidend im Kampf gegen Klimawandel und Artenverlust
Mehr als 20.000 Bürger in Flandern zählten Blumen, Vögel und Schmetterlinge, fingen Asiatische Hornissen und bewerteten ihre eigenen Gärten hinsichtlich der Klimaauswirkungen. Die Ergebnisse, die vor einigen Tagen während der Veranstaltung „Gärten in Verbindung“ in Löwen (Flämisch-Brabant) vorgestellt wurden, zeigen, dass natürlich gestaltete Gärten zur Kühlung, zur Wasserspeicherung und zur Förderung bzw. Erhaltung der Artenvielfalt beitragen.
„Mit über 2,5 Millionen Quadratmetern Gartenfläche stellen die Teilnehmer 12 % des Territoriums von Flandern - mehr als alle Naturschutzgebiete zusammen“, sagte Kirsten Bomans dazu, Bioingenieurin und Wissenschaftlerin an der Erasmus-Hochschule in Brüssel: „Dank des Engagements der Bürger erhalten wir ein einzigartiges, detailliertes Bild davon, was in flämischen Gärten lebt und wie kleine Eingriffe Großes bewirken können.“
Löwen als Gastgeberstadt
Als Gastgeberstadt engagiert sich die Universitätsstadt Löwen voll und ganz für biodiverse Gärten. „Wir unterstützen die Einwohner unserer Stadt auf vielfältige Weise dabei, ihre Gärten biodivers und klimaresistent zu gestalten, denn all diese Gärten tragen zu einer grüneren und klimaangepassten Stadt bei“, sagte Thomas Van Oppens (Groen), Löwens grüner Schöffe für Klima und Nachhaltigkeit dazu.
„Unsere ‚Garten-Ranger‘ bieten beispielsweise kostenlose Beratung zu Hause an. Das ‚Pflastertaxi‘ sammelt kostenlos ausgebrochene Pflastersteine ein, damit die Anwohner in den bleibenden Löchern mehr Platz für Grün schaffen können. Und im Trockengarten des Botanischen Gartens der Stadt finden Besucher jede Menge Inspiration für hitze- und dürreresistente Pflanzen.“
2026: Neue Version von „Mijn Tuinlab“
Inzwischen wächst „Mijn Tuinlab“ weiter. 2026 wird es eine neue Version der Plattform geben, die es Bürgern und Projektpartnern ermöglicht, noch effektiver im Bereich Klimagärten zusammenzuarbeiten, zum Beispiel in Schulen oder in der Nachbarschaft. Wer mitmachen möchte, kann in diesen Herbstferien loslegen und Pflastersteine entfernen, um dort etwas neues zu pflanzen und er kann Bäume, Sträucher und Blumenzwiebeln ansetzen oder einen einfachen Rasen in eine Blumenwiese verwandeln. Jeder Eingriff zähle für den Garten, das Klima und die Artenvielfalt, so die Initiatoren.
