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In vielen flämischen Schulen wird kaum mehrsprachiger Unterricht angeboten

Nur knapp jede fünfte flämische Schule (22 %) bietet zweisprachigen bzw. mehrsprachigen Unterricht nach dem CLIL-Prinzip an. Dies geht aus einer neuen Studie der Freien Universität Brüssel (VUB) hervor. An manchen Schulen unterrichten die Lehrkräfte z.B. Geographie auf Englisch oder Geschichte auf Französisch. Der Studie zufolge geschieht dies jedoch hauptsächlich an Schulen mit Schülern aus sozial schwachen Familien. 

Andreas Kockartz
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Schulen mit schwächeren Schülern bieten seltener mehrsprachigen Unterricht an. Und das ist schade, denn CLIL bietet auch viele Möglichkeiten in der beruflichen Bildung, sagt die Sprachpädagogik-Professorin Jill Surmont von der VUB zu den Resultaten der Studie gegenüber VRT NWS: „Wir glauben, dass dies vor allem daran liegt, dass Schulen bereits mit vielen Herausforderungen konfrontiert sind. Es sind zusätzliche Anstrengungen nötig, um CLIL anzubieten.“

Denn um mehrsprachigen Unterricht anbieten zu können, müssen Schulen parallel auch ein niederländischsprachiges Programm anbieten. Das bedeutet, dass mehr Lehrkräfte benötigt werden - eine schwierige Herausforderung in Zeiten des akuten Lehrermangels auch im belgischen Bundesland Flandern.

Fokus auf Niederländisch für benachteiligte Schüler

In Flandern lebt aber auch die Vorstellung, dass mehrsprachiger Unterricht negative Auswirkungen haben kann. Kritik wird laut, dass benachteiligte Kinder oft eine andere Muttersprache als Niederländisch haben und dass es für sie sogar von Vorteil sei, wenn der Schwerpunkt primär auf Niederländisch liege. Die VUB-Sprachwissenschaftler sind da jedoch anderer Meinung.

„Die Ergebnisse unserer laufenden Forschung in Flandern, aber auch international, zeigen, dass die Kenntnisse der regulären Unterrichtssprache (in diesem Fall Niederländisch) überhaupt nicht beeinträchtigt werden. In einigen Fällen verbessern sie sich in Flandern sogar“, so Surmont bei VRT NWS.

„CLIL erscheint heute wie ein Bonus für starke Schüler, obwohl es eigentlich für alle gedacht war“, argumentiert Surmont: „Als Europa in den 1990er Jahren CLIL förderte, um dafür zu sorgen, dass junge Menschen bis 18 Jahre dreisprachig werden, war es ausdrücklich kein elitäres Projekt. Aktuelle Zahlen zeigen heute jedoch das Gegenteil: CLIL ist heute in erster Linie denjenigen vorbehalten, die bereits gute Leistungen erbringen.“

CLIL steht für Content and Language Integrated Learning und ist ein Unterrichtsansatz, bei dem ein nichtsprachliches Fach (wie Geschichte oder Wirtschaft) in einer Fremdsprache wie Englisch, Französisch oder Deutsch unterrichtet wird. Ziel ist es, den Schülern sowohl Fachwissen als auch Sprachkenntnisse zu vermitteln. Es handelt sich um eine Form des mehrsprachigen Unterrichts, die zunehmend in der Grundschule und Sekundarstufe eingesetzt wird.

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