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Inland
Justiz

Freddy Horion darf das Gefängnis nicht mit Fußfessel verlassen, urteilt das Strafgericht in Gent

Der inhaftierte Serienmörder Freddy Horion (Foto) darf nicht unter elektronischer Überwachung mit Fußfessel freigelassen werden. Dies entschied das Strafgericht in Gent. Horion wurde 1980 wegen sechsfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Andreas Kockartz
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Im Jahr 2023 entschied das Berufungsgericht Antwerpen - in Anlehnung an ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, dass der Sechsfachmörder Freddy Horion in eine geschlossene Einrichtung außerhalb eines Gefängnisses verlegt werden müsse. Andernfalls müsste der Staat eine Strafe von 1.000 € pro Tag zahlen.

Doch Horion hat noch keine passende Einrichtung gefunden. Im Juni 2025 erhielt er eine erste Genehmigung, sich eine solche Einrichtung zur stationären Betreuung zu suchen. Diese Besuche waren stets an strenge Auflagen geknüpft: Er musste von einem Anwalt begleitet werden, sofort ins Gefängnis zurückkehren und durfte die Provinzen Ost- und Westflandern, wo die Familien seiner Opfer leben, nicht betreten. Gleichzeitig beantragte Horion die Freilassung mit einer Fußfessel, doch dieser Antrag wurde jetzt vom Gericht abgelehnt.

Nicht genügend forensische Einrichtungen

„Das Gericht ist der Ansicht, dass die stationäre Unterbringung in einem spezialisierten Zentrum als Zwischenschritt weiterhin notwendig ist, bevor eine elektronische Überwachung gewährt werden kann. Es ist daher bedauerlich, dass bisher keine geeignete Einrichtung gefunden wurde“, hieß es dazu. Dem Gericht zufolge wurde ein Platz in einer forensischen Einrichtung bereits zweimal abgelehnt. Es gebe aber noch zwei weitere Einrichtungen, in denen „eine Option bestehe.“.

Der Richter betonte jedoch, dass die Regierung ihrer Verantwortung nicht nachkommen könne, da es in Belgien nicht genügend geeignete Einrichtungen gebe: „Dennoch besteht für den Verurteilten eine Perspektive, sodass kein Verstoß gegen Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention vorliegt.“

Wer ist Freddy Horion?

Freddy Horion ermordete am 23. Juni 1979 in Sint-Amandsberg bei Gent fünf Mitglieder einer Autohändlerfamilie. Wenige Monate zuvor, am 9. Februar 1979, hatte Horion auch Hélène Lichachevski, eine Ladenbesitzerin im Hafen von Gent, ermordet. Horion wurde 1980 wegen des fünffachen Mordes in Sint-Amandsberg zum Tode verurteilt, eine Strafe, die umgehend in lebenslange Haft umgewandelt wurde. In den vergangenen 20 Jahren stellte er mehrere Anträge auf vorzeitige Haftentlassung, was jedoch stets abgelehnt wurde.

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