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Umwelt & Klima
Energie

Energie in Belgien: Meiler Doel 4 wieder am Netz – Mehr russisches Gas importiert

Belgien setzt weiter auf Kernkraft und auf die Laufzeitverlängerung von Atommeilern. Jetzt wurde auch der Reaktor Doel 4 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Antwerpen (Foto)  hochgefahren und ans Netz angeschlossen. In den Sommermonaten sind zudem die Exportzahlen von russischem Erdgas in unserem Land deutlich angestiegen, wie die Belgische Nationalbank BNB meldet.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Nach dem Meiler Tihange 3 im gleichnamigen AKW bei Lüttich im Juli wurde jetzt auch Doel 4 wieder ans Stromnetz angeschlossen. Beide Kernreaktoren arbeiten wieder mit voller Kapazität und produzieren zusammen 2 Gigawatt Elektrizität. Ende 2023 einigte sich die vorherige Bundesregierung mit dem Kraftwerksbetreiber Engie auf eine Laufzeitverlängerung von Doel 4 und Tihange 3 bis 2035. Engie hatte sich dazu verpflichtet, die Reaktoren vor dem 1. November dieses Jahres wieder in Betrieb zu nehmen, um die Stromversorgung im Winter sicherzustellen. Dies ist dem Energieunternehmen gelungen.

Tihange 3 war seit Anfang April für eine Generalüberholung abgeschaltet und wurde am 10. Juli wieder ans Netz angeschlossen. Letzte Woche folgte Doel 4, das seit Ende Juni für Inspektionen und Wartungsarbeiten abgeschaltet war. In beiden Fällen erteilte die Föderale Agentur für die Kontrolle von Nuklearanlagen (FANC) die erforderliche Genehmigung.

Belgien importiert 113,5 % mehr russisches Gas

In den Monaten Juni, Juli und August wurde laut Außenhandelszahlen der Nationalbank 113,5 % mehr russisches Erdgas nach Belgien importiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Diese Importe bestehen zu mehr als zwei Dritteln aus Erdgas, insbesondere Flüssigerdgas (LNG). Aufgrund der anhaltend niedrigen Gaspreise sind diese Mengen höher. Der starke Import von LNG führt sogar zu einer Verschiebung unseres Gesamthandels mit Russland: Die Gesamtimporte aus Russland in den ersten acht Monaten des Jahres nähern sich den entsprechenden Exportzahlen für das gesamte Jahr 2024.

Nicht das gesamte importierte Gas ist für den Verbrauch in Belgien bestimmt. Ein großer Teil ist für den Reexport bestimmt, oft in andere EUI-Mitgliedstaaten. Das Gas gelangt über Zeebrügge, einen wichtigen Knotenpunkt für den globalen LNG-Handel (Foto unten), nach Belgien. Die Europäische Union plant, ab 2027 strengere Beschränkungen für russische Gasimporte einzuführen, ähnlich wie sie bereits für russisches Öl und Kohle gelten.

Das LNG-Terminal im Hafen von Zeebrügge

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