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„Weiblicher Kubismus“ von Marthe Donas im KMSKA in Antwerpen

Vor rund 100 Jahren erlangte die Antwerpener Künstlerin Marthe Donas mit ihren eleganten kubistischen Gemälden, Zeichnungen, Collagen und Skulpturen internationale Aufmerksamkeit. Das Königliche Museum für Schöne Künste in Antwerpen (KMSKA) zeigt noch bis Anfang 2026 eine Vielzahl ihrer Werke neben denen von Zeitgenossen wie ihrem Partner Alexander Archipenko.

Andreas Kockartz
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Marthe Donas (1885-1967) wurde in eine Familie aus der Antwerpener Bourgeoisie hineingeboren. Sie interessierte sich für Kunst und Kultur und meldete sich im Alter von 17 Jahren in der Kunstakademie ihrer Heimatstadt an. Dies passte ihren Vater nicht wirklich, denn in seinen Kreisen galt der Beruf des Künstlers nicht unbedingt als ein „ehrbarer“ Beruf. Er meldete seine Tochter dort wieder ab. Sie dankte es ihm damit, dass sie weglief…

In den Wirren des Ersten Weltkriegs hielt sie sich zeitweise in den Niederlanden und in England auf, lebte bis zum Osteraufstand 1916 in Dublin und ging danach zunächst nach Paris und später nach Nizza. Dort traf sie ihren Lebenspartner, den ukrainischen Bildhauer Alexander Archipenko mit dem sie die in der Zwischenkriegszeit (auch gerne „Interbellum“ genannt) Furore in der Avant-Garde-Szene machte. 

Marthe Donas, "Het prentenboek", Sammlung Roberto Polo © Donas Foundation

Später in Paris gehörten beide aktiv zum Kunstkreis „La Section d’Or“, wozu auch kubistische Zeitgenossen wie Fernand Léger und Georgen Braque gehörten. Hier musste sich Marthe Donas allerdings durchsetzen, denn abstrakte Kunst wurde hier als zu intellektuell, zu rational und zu hoch gegriffen für Frauen betrachtet. Doch sie wusste sich zu helfen. Sie ignorierte diese „idiotische“ Diskussion, nahm das „genderneutrale“ Pseudonym „Tour Donas“ an und machte trotzdem Karriere…

Doch irgendwann war ihre Beziehung zu Archipenko zu Ende und Marthe „Tour“ Donas kehrte zurück nach Belgien. Hier allerdings verlor ihr Schaffen an Kraft und 1927 hörte sie auf künstlerisch zu arbeiten. Die Ausstellung im KMSKA bringt nicht nur die Werke von Donas und Archipenko zurück ins Scheinwerferlicht, sondern blickt auf eine interessante Zeit in der europäischen Kunstgeschichte zurück.

Donas, Archipenko & La Section d‘Or, noch bis zum 11. Januar 2026, Königliche Museum für Schöne Künste in Antwerpen (KMSKA), Leopold de Waelplaats 1, 2000 Antwerpen. Info: https://kmska.be/nl

Marthe Donas 1920 in ihrem Atelier in Paris

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