Der Flughafen Deurne, das ist der Antwerpener Regionalflughafen, ist praktisch bankrott. Im vergangenen Jahr verzeichnete er einen Nettoverlust von mehr als einer halben Million Euro, zahlte Schulden in Höhe von 10 Mio. € und musste einen deutlichen Rückgang seiner Cashreserven hinnehmen. Der Wirtschaftsprüfer, der den letzten Jahresabschluss geprüft hat, warnt die Gläubiger des Flughafenbetreibers. VRT NWS und De Standaard haben die finanzielle Situation durchleuchtet und die ist gelinde ausgedrückt prekär.
Vooruit (fläm. Sozialisten) und CD&V (fläm. Christdemokraten), zwei Parteien aus der flämischen Landesregierung, stellen die Subventionen für den Flughafen Deurne in Frage. Auch Bogdan Vanden Berghe, flämischer Landesabgeordneter für die Grünen (Groen), beantragt eine Prüfung. Der Flughafen ist praktisch bankrott. Im Durchschnitt empfängt Deurne knapp 570 Passagiere pro Tag.
Der Betreiber des Flughafens Deurne, der französische Konzern Egis, weist ein negatives Eigenkapital auf. Es gibt also kaum Rücklagen. Der Betrieb ist seit Jahren defizitär. Der Wirtschaftsprüfer weist darauf hin, dass der Betreiber dem sogenannten „Alarmglockenverfahren“ unterliegt.
„Das bedeutet, dass jede interessierte Partei die Auflösung des Unternehmens vor Gericht geltend machen kann“, sagt Ingrid De Poorter, Expertin für Gesellschaftsrecht und Professorin an der Universität Gent (UGent): „Und das lässt sich sehr weit auslegen: Von einem kleinen Lieferanten mit einer überfälligen Rechnung bis hin zu Banken, das Landesamt für soziale Sicherheit (LSS) oder sogar den Steuerbehörden.“
Bemerkenswert, vor allem, weil dies bereits zum dritten Mal in vier Jahren der Fall ist. Dennoch ist Nathan De Valck, CEO der Flughäfen Deurne und Ostende, nicht wirklich beunruhigt. Als Antwort auf Fragen von VRT NWS und De Standaard spricht er von „einem normalen Verfahren, das für jedes Unternehmen mit geringem Eigenkapital gilt.“
Die Mobilitätsministerin ist Fan…
Die flämische Mobilitätsministerin Annick De Ridder (N-VA) sagt, sie sei als Antwerpenerin ein Fan des Flughafens Deurne. Sie sei aber auch besorgt über die schlechten Zahlen dort. Sie sagt außerdem, dass sie „das Überleben aller flämischen Regionalflughäfen für wichtig“ halte. Ihre Freizügigkeit in Bezug auf Subventionen ist nach ihren eigenen Worten eingeschränkt: „Jede Vertragsänderung muss in Absprache mit dem Betreiber erfolgen.“
Ihr Ministerium befinde sich nach eigenen Angaben „in Absprache mit dem Betreiber, um zu prüfen, inwieweit eine Aktualisierung der Subventionsvereinbarung möglich sei“. Allerdings liegt eine neue Vereinbarung wahrscheinlich erst vor dem Ende der laufenden Legislaturperiode vor - oder 10 Jahre nach Ablauf der vorherigen.
Abhängig von den Subventionen - Politisch heikles Thema
Der Flughafen Deurne überlebt also unter anderem dank Subventionen der flämischen Regierung. Seit 2019 gibt es jedoch keine solche Subventionsvereinbarung mehr mit dem Flughafenbetreiber. Dennoch liefen die Subventionen weiter. Eines ist allerdings aber deutlich: Der Flughafen Deurne kann nicht auf eigenen Beinen stehen.
„Mir fällt auf, wie abhängig die LEM Antwerpen von Subventionen ist“, klingt es auch bei Fachfrau De Poorter. Was ist die LEM Antwerpen? Seit 2013 wird der Betrieb der Regionalflughäfen Deurne und Ostende durch eine Betriebsvereinbarung geregelt. Die Infrastruktur bleibt Eigentum des belgischen Bundeslandes Flandern, der Betrieb jedoch liegt jedoch in den Händen der französischen Gruppe Egis. Diese betreibt die Flughäfen über 2 Flughafen-Betreibergesellschaften, abgekürzt LEM. Es gibt also eine LEM Antwerpen und eine LEM Ostende-Brügge. Diese beiden Gesellschaften erhalten jeweils Zuschüsse.
Die Zuschüsse für die LEM Antwerpen sind in den letzten Jahren auf 5,3 Mio. € gestiegen. Darüber hinaus sind für die Jahre 2025 und 2026 Infrastrukturinvestitionen in Höhe von 15,7 Mio. € geplant. Und dann gibt es noch die staatlichen Zuschüsse für die Flugsicherung, die im vergangenen Jahr rund 8,1 Mio. € betrugen. „Um eine Krise nach der anderen zu bewältigen, ist weiterhin die Unterstützung der verschiedene Regierungsebenen notwendig“, heißt es im Jahresbericht der Flughafenverwaltung selbst. Konkret: Für jeden Reisenden, der im vergangenen Jahr Deurne verließ oder dort ankam, steuerte der Steuerzahler 65 € bei...
