Nach der heftigen Grippewelle im vergangenen Jahr empfahlen Virologen und der Hohe Gesundheitsrat einen stärkeren Impfstoff. Entsprechende Impfstoffe sind inzwischen erhältlich. Zur Auswahl stehen ein Impfstoff, der viermal mehr Antikörper enthält, wie normale Mittel oder ein Impfstoff mit einer Zutat, die Antikörper stärker aktiviert. Grund für diesen Schritt ist die Tatsache, dass letztes Jahr fast 9 von 10 Grippeerkrankten Personen über 65 Jahre waren.
Die Grippesaison steht an: Belgiens Hoher Gesundheitsrat empfiehlt einen stärkeren Impfstoff
Die Grippesaison im vergangenen Winter war außergewöhnlich heftig, wie aus dem jährlichen Grippebulletin zu erfahren ist. Die Übersterblichkeit lag so hoch wie seit 7 Jahren nicht mehr und etwa 9 von 10 Grippefälle betrafen Über-65-Jährige. Davon waren rund 50 % Senioren ab 80 Jahre. Seinerzeit waren bis zu 26.000 Todesfälle auf eine schwere Grippeerkrankung zurückzuführen.
Marc Van Ranst, Virologe an der Universität Löwen (KU Leuven), relativierte die Übersterblichkeit allerdings gegenüber VRT NWS teilweise: „Durch die Corona-Maßnahmen gab es in den letzten Jahren weniger Übersterblichkeit. Erst als die Maßnahmen verschwanden, kam die Grippe wieder stärker zum Vorschein.“
Nach Ansicht des Hohen Gesundheitsrates ist Mitte Oktober der ideale Augenblick, gegen die Grippe zu impfen. Dies Unterstützen auch Virologen und andere Experten. Zudem weist der Impfgrad in Belgien gerade einen eher niedrigen Wert auf.
Die WHO strebt einen Impfgrad von 75 % an, doch laut Virologe Van Ranst betrug er letztes Jahr nur 16,4 % bei schwangeren Frauen, bei 42,1 % bei Personen mit schwachem Immunsystem bzw. Krankheitssymptomen und bei 50,2 % bei Über-65-Jährigen.
