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Flämische Museumsreform: S.M.A.K. in Gent wird neues Zuhause der M HKA-Sammlung

Die flämischen Museumslandschaft wird umfassend neu geordnet. Das gab Flanderns Kulturministerin Caroline Gennez (Vooruit, flämische Sozialisten) bekannt. Das S.M.A.K. in Gent wird zum neuen Flämischen Museum für zeitgenössische und aktuelle Kunst und übernimmt die Sammlung des M HKA in Antwerpen, das künftig als Kunstzentrum fungieren wird. Die flämischen Museen werden in drei Cluster gegliedert, mit dem KMSKA, Mu.ZEE und dem heutigen S.M.A.K. als Leitinstitutionen.

Jens Van Reet
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Bereits letzte Woche wurde bekannt, dass die flämische Regierung die Finanzierung für den geplanten Neubau des Antwerpener Museums für zeitgenössische Kunst M HKA streicht. Diese Entscheidung ist Teil einer umfassenderen Neuordnung der gesamten Museumslandschaft. „Ausgangspunkt ist eine aktuelle Bewertung der Arbeit unserer Museen und der Wunsch, die Zusammenarbeit innerhalb des Sektors zu intensivieren“, so Kulturministerin Gennez.

„In unseren bildenden Künsten und Museen steckt noch enormes Wachstumspotenzial“, fährt sie fort. „Wir haben große Stärken, aber das Museumswesen ist zersplittert. Wir setzen auf mehr Inhalt, mehr Ehrgeiz, mehr Kooperation zwischen den Museen und eine bessere, logischere Verteilung der Sammlung der Flämischen Gemeinschaft über ganz Flandern.“

Konkret werden die Museen in drei Cluster neu organisiert, jeweils mit einem großen Leitmuseum als Mittelpunkt:

1. Schöne Künste – Schwerpunkt Antwerpen

Das Königliche Museum der Schönen Künste (KMSKA) in Antwerpen wird Leitmuseum für die Schönen Künste. Ihm werden das Museum Hof van Busleyden in Mechelen und das Schloss von Gaasbeek (Flämisch-Brabant) angeschlossen.

Das KMSKA fungiert als internationale Kulturerbeinstitution und wissenschaftliches Zentrum für alte und moderne Kunst, das die bedeutendsten Werke präsentiert. Die Zusammenarbeit mit Hof van Busleyden und dem Schloss Gaasbeek sei eine gute Entwicklung, findet Bart Somers, Bürgermeister von Mechelen: „Die drei Museen ergänzen sich hervorragend. So können wir ein größeres und vielfältigeres Publikum ansprechen.“

KMSKA

2. Zeitgenössische und aktuelle Kunst – Schwerpunkt Gent

Die größte Veränderung betrifft die Museen für zeitgenössische Kunst. Das bisherige Städtische Museum für Aktuelle Kunst in Gent (S.M.A.K.) wird zum neuen Flämischen Museum für zeitgenössische und aktuelle Kunst. Die Sammlung und der Museumsbetrieb des M HKA in Antwerpen werden weitgehend nach Gent verlagert.

„Wir wissen, dass dieser Übergang finanzielle und organisatorische Anstrengungen erfordert, aber wir sind überzeugt, dass darin enormes Potenzial für die Bewahrung und Präsentation aktueller Kunst in Flandern liegt“, sagt Ministerin Gennez.

In Gent wurde die Entscheidung mit Begeisterung aufgenommen. „Das ist fantastische und bahnbrechende Neuigkeit“, sagt Astrid De Bruycker, Genter Kulturschöffin. Es gibt bereits Pläne für eine Erweiterung des Museums. Ministerin Gennez bestätigte, dass stark in die Infrastruktur investiert werden soll. „Die Marke S.M.A.K. werden wir selbstverständlich beibehalten.“

S.M.A.K.

3. Moderne Kunst und Belgische Meister (1850–heute) – Schwerpunkt Ostende

Das Mu.ZEE in Ostende wird das dritte Leitmuseum in der neuen flämischen Museumslandschaft – als „sicherer Hafen für belgische Meister und moderne Kunst“.

Neben den beiden bestehenden Partnerhäusern – dem Permekemuseum in Jabbeke (Westflandern) und dem Peiremuzee in Knokke (ebenfalls Westflandern) – werden zwei weitere Museen diesem Cluster angeschlossen: das Roger Raveelmuseum in Zulte (Ostflandern) und das FeliX Art+Eco Museum in Drogenbos (Flämisch-Brabant).

Mu.Zee

Was geschieht mit dem M HKA?

Das M HKA in Antwerpen verliert seine Funktion als Museum, und der geplante Neubau wird gestrichen. „Das M HKA kämpft schon seit einiger Zeit mit seiner Rolle als Museum, was auch die jüngste Bewertung erneut bestätigt hat“, erklärt Ministerin Gennez.

Das M HKA erhält eine neue Bestimmung: An seinem bisherigen Standort entsteht ein Kunstzentrum mit Raum für Ausstellungen, Ateliers, Residenzen und Workshops. „Ein Ort, an dem belgische und internationale Künstlerinnen und Künstler aller Disziplinen willkommen sind, um zu experimentieren – ein Ort des Austauschs, der Unterstützung und des Dialogs“, erläutert Gennez.

Für den Neubau des M HKA waren ursprünglich 130 Millionen Euro vorgesehen. Diese Mittel sollen nun teilweise genutzt werden, um die flämischen Museen bei den Übergangsphasen und ihrer künftigen Arbeit zu unterstützen.

Die Reformen werden schrittweise umgesetzt – und sie seien notwendig, betont Gennez: „Zersplitterung und gegenseitige Konkurrenz behindern Kooperation, Wachstum und Internationalisierung.“

M HKA

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