Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Langemark in der sogenannten „Westhoek“ in der Provinz Westflandern wurden am vergangenen Wochenende die sterblichen Überreste von 39 deutsche Soldaten beigesetzt. Etwa die Hälfte der Leichen wurde an einer Stelle an der ehemaligen Front in Ypern gefunden. Die anderen Toten wurden u.a. bei Bauarbeiten an anderen Orten in der Region entdeckt. In dieser Region werden noch regelmäßig Leichen von gefallenen Soldaten aus der Zeit von 1914 bis 1918 gefunden. Es ist jedoch außergewöhnlich, dass so viele von ihnen gemeinsam ihre letzte Ruhestätte finden.
39 deutsche Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg finden ihre letzte Ruhestätte in Langemark
Auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Langemark wurden am Samstagabend die sterblichen Überreste von 39 deutschen Soldaten beigesetzt, deren Identität unbekannt ist. Die meisten wurden in der Nähe des Golfclubs „De Palingbeek“ in Ypern gefunden, wo früher die Frontlinie verlief. Ihre Leichen waren stark verstümmelt. Andere als deutsche Soldaten identifizierte Leichen wurden an mehreren anderen Stellen in der „Westhoek“ entdeckt.
Die Zeremonie war außergewöhnlich, denn es werden zwar häufig sterbliche Überreste von Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg auf den Soldatenfriedhöfen für die Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg in Westflandern (und anderswo) beigesetzt, aber selten so viele auf einmal. „Es ist erst das zweite Mal in etwa 20 Jahren, dass ich eine so große Beisetzung miterlebe”, sagte Bürgermeister Lieven Vanbelleghem (Respect) von Langemark-Poelkapelle.
Einzigartiges Geschenk der deutschen Delegation
An der Feier nahm eine deutsche Delegation aus Soldaten, Vertretern der Botschaft und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge teil, die anschließend ein besonderes Geschenk überreichte - einen Splitter der Glocke der Kirche von Bikschote. Ein junger deutscher Leutnant fand sie 1916 in den Trümmern und nahm sie mit, um sie aufzubewahren. Soweit bekannt, ist dieser Splitter das einzige greifbare Andenken an diese damals in den Kriegswirren vollständig zerstörte Kirche. Was nun mit dem Splitter geschehen wird, ist noch unklar. Nach dem Krieg wurde eine neue Kirche gebaut. Möglicherweise wird der Splitter dort nach der Restaurierung einen Ehrenplatz bekommen.
