In Brüssel nahmen am Sonntag 20.000 Menschen an einem Klimamarsch teil, wie die Polizei mitteilte. Die organisierende Klimakoalition (Klimaatkoalitie) sprach sogar von 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Demonstrierenden hatten eine klare Forderung: Staatliche Gelder müssen eine gerechte und ehrgeizige Klimapolitik ermöglichen. „Politiker müssen mehr an die Jugend denken.“
Nach Angaben der Klimaatkoalitie – die den Marsch organisierte – marschierten mindestens 30.000 Menschen mit. Die Polizei sprach von 20.000 Demonstrierenden und erklärte, dass alles „ruhig verlaufen“ sei.
Die NMBS/SNCB setzte zusätzliche Züge von und nach Brüssel ein. Insgesamt wurden drei zusätzliche Züge nach Brüssel-Nord eingelegt, die aus Gent-Sint-Pieters, Antwerpen-Centraal und Lüttich-Guillemins abfuhren. Die Züge hielten außerdem zusätzlich an den Bahnhöfen von Mechelen und Leuven.
Joppe Massant nahm am Sonntag teil, um für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Er ist Mitglied der Grünen (Groen) und innerhalb der flämischen Pfadfinderbewegung Scouts en Gidsen Vlaanderen als Verantwortlicher für Ökologie tätig. „Wir haben uns mit der gesamten Jugendarbeit zusammengeschlossen und einen offenen Brief geschrieben“, erklärt Massant. „Wir fordern, dass Politiker mehr an die Jugend und die Zukunft denken. Die Jugend wird die Folgen des Klimawandels am stärksten spüren, daher wollen wir eine Politik, die ihnen eine lebenswerte Zukunft sichert.“
Klarer Appell an die föderale Regierung und Europa
In einer Pressemitteilung der Klimaatkoalitie richten die Aktivistinnen und Aktivisten ihren Appell an die Verantwortlichen in der Politik. „Regierungen haben die Verantwortung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Zerstörung durch die Klimakrise einzudämmen – nicht, um die Politik zu ‚pausieren‘“, heißt es.
„Wir rufen die belgischen und europäischen Regierungen auf, in unsere Zukunft zu investieren – nicht in ihre Zerstörung“, so Nadia Cornejo, Vizepräsidentin der Koalition.
Die Klimaatkoalitie fordert die Regierungen auf, öffentliche Mittel in konkrete und gerechte Klimaschutzmaßnahmen umzuleiten und die Ambitionen deutlich zu erhöhen, um die Ziele des Pariser Abkommens – wie von der Wissenschaft empfohlen – zu erreichen. „Heute fließt noch immer zu viel Geld in die Unterstützung des fossilen Energiesektors“, sagt Massant. „Wir fordern, dieses Geld für nachhaltige Lösungen wie erneuerbare Energien und öffentlichen Verkehr zu verwenden.“
Die Klimaatkoalitie ruft Belgien außerdem dazu auf, sich auf der kommenden COP30, die vom 10. bis 21. November im brasilianischen Belém stattfindet, für eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 90 Prozent bis 2040 einzusetzen.
