Über dem Militärgelände von Elsenborn in Ostbelgien sind in der vergangenen Nacht 15 Drohnen beobachtet worden. Das erfuhr VRT NWS aus zuverlässiger Quelle. Das Verteidigungsministerium untersucht den Vorfall, bestätigt das Kabinett von Verteidigungsminister Theo Francken.
Drohnen über Militärgelände im ostbelgischen Elsenborn gesichtet
Verteidigungsexperte Jens Franssen: „Gegen 1.45 Uhr in der Nacht hat die örtliche Polizei der deutschen Stadt Düren 15 Drohnen gesichtet. Diese kamen von unserem Militärgelände in Elsenborn und drangen in den deutschen Luftraum ein. Deutschland hat das in der Nacht dem belgischen Verteidigungsministerium gemeldet, wie mir Quellen berichten. Allerdings soll diese Information innerhalb der Informationskette des Verteidigungsministeriums nicht weitergeleitet worden sein.“
„Zufällig befand sich dort auch ein belgisches Testgerät zur Drohnenerfassung, und auch diese Anlage hat die 15 Drohnen registriert.“
Woher die Drohnen stammen und wer sie steuerte, ist bislang unklar. Das Verteidigungsministerium untersucht den Vorfall.
„Es handelt sich um einen sehr bizarren Vorfall. Auf dem Stützpunkt Elsenborn gibt es nicht allzu viel zu ‚spionieren‘. Der Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel, wo US-Atomwaffen gelagert sind, wäre ein naheliegenderes Ziel. Solange unklar ist, woher die Drohnen kamen oder wer sie steuerte, ist es schwierig einzuschätzen, was dahintersteckt. Es zeigt natürlich, dass es dringend Systeme braucht, die solche kleinen Drohnen erkennen, verfolgen und identifizieren können“, so Franssen abschließend.
Der Militärstützpunkt Elsenborn umfasst eine Gesamtfläche von insgesamt 28 Quadratkilometern. Es handelt sich um ein Trainingslager des Heeres mit einer Sicherheitszone, in der Schießübungen stattfinden und auch Drohnen getestet werden.
Russische Drohnen?
In den letzten Wochen sind mehrmals Drohnen in den dänischen, polnischen und rumänischen Luftraum eingedrungen. Die betroffenen Länder vermuten, dass Russland hinter den Vorfällen steckt.
Ist das bei den Drohnen über Elsenborn auch der Fall? „Es könnte sein, aber dafür gibt es im Moment keine konkreten Hinweise“, sagt Minister Francken. „Das muss untersucht werden. Persönlich denke ich, dass Drohnen oft ein Beispiel für hybride Bedrohungen sind. Das ist eine Methode, um Unruhe zu stiften. Dieses Muster verfolgt Russland schon seit vielen Jahren.“
