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Deutscher Keramikhersteller Villeroy & Boch schließt Werk in Roeselare (Westflandern): 60 Arbeitsplätze bedroht

Der deutsche Keramikhersteller Villeroy & Boch hat bekannt gegeben, dass er sein Acrylwerk in Roeselare (Provinz Westflandern) schließen will. Dadurch sind 60 Arbeitsplätze bedroht. Die Schließung soll im kommenden Jahr in mehreren Phasen erfolgen. Geplant ist, die Produktion Mitte Januar einzustellen. Laufende Aufträge sollen bis Mitte März abgearbeitet werden, und bis Ende nächsten Jahres soll die Fabrik endgültig schließen.

Jens Van Reet
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„Mit dieser Entscheidung wollen wir die Unternehmensführung optimieren, die Kapazitäten straffen sowie Rentabilität und Wachstum langfristig verbessern“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Unternehmen verspricht Unterstützung für die betroffenen Mitarbeiter. „Wir erkennen die Auswirkungen an, die dies für sie haben wird, und werden sie bestmöglich unterstützen“, erklärt Fabrikleiter Nicolas Elleboudt. „Wir sind unserem Team in Roeselare sehr dankbar für seinen Einsatz und die harte Arbeit.“

Bestürzung bei den Mitarbeitern

„Wir fühlen uns niedergeschlagen“, sagt Yves Allewaert, Gewerkschaftssekretär bei ABVV Metall. „Ich habe Tränen gesehen, ich habe sehr unglückliche Mitarbeiter gesehen. Das ist verständlich. Noch vor wenigen Tagen hatten sie Arbeit, eine Zukunft und Sicherheit. Und das ist heute vorbei.“

„Wenn wir die Jahresabschlüsse des Unternehmens ansehen, stellen wir fest, dass es finanziell gesund ist. Deshalb sind wir überrascht über die Absicht, dieses Werk zu schließen. Platt gesagt: Der Kapitalismus hat niemals genug. Ich habe den Eindruck, dass man mit denselben Mitteln einfach eine höhere Rendite erzielen will.“

Auch wenn es sich um eine Absichtserklärung des Unternehmens handelt, fürchtet Allewaert, dass die Chancen gering sind, dass die Unternehmensleitung ihre Pläne noch ändert.

„Wir werden uns mit der Unternehmensleitung zusammensetzen, die erklären muss, wie sie zu dieser Entscheidung gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Werk doch bestehen bleibt, scheint mir eher gering. Aber wir werden alles daransetzen, den Beschäftigten einen guten Sozialplan vorzulegen.“

Die Fabrik in Roeselare

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