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Erste große Einzelausstellung von Michael Beutler in Belgien im Z33 in Hasselt

Der deutsche Künstler Michael Beutler (°1976), bekannt für seine großformatigen und verspielten architektonischen Installationen, verwandelt das Haus für aktuelle Kunst, Design und Architektur Z33 in Hasselt in der Provinz Limburg in eine lebendige Werkstatt. Mit Stoffen, Pappe, Papier, Holz und anderem - bearbeitet mit teilweise selbstgebauten Werkzeugen - zeigt er, wie man Kunst mit einfachen Mitteln zu großartigen Resultaten führen kann. Mehr als fünfzig Leute arbeiteten an diesem Projekt mit – Teamwork im wahrsten Sinne des Wortes.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Z33 präsentiert die erste große Einzelausstellung des deutschen Künstlers Michael Beutler in Belgien. In seiner größten Präsentation seit über einem Jahrzehnt transformiert er die Räume von Z33 sowohl mit neuen als auch mit bestehenden Werken. Beutler schafft monumentale Installationen aus einfachen, recycelbaren Materialien. Er entwirft und baut seine eigenen Werkzeuge, um Papier, Pappe und Textilien in skulpturale Elemente umzuwandeln, die wiederum zu den Bausteinen seiner ausgedehnten, raumfüllenden Installationen werden.

Eine Ausstellung, ein Ausstellungsort ist immer ein Atelier für Michael Beutler. Seine Kunst hat ihren Ursprung nicht im Atelier, sondern entfaltet sich im Dialog mit einem Raumes oder eines Museums und einem großen Team. Beutler betrachtet jedes Projekt als einen Lernprozess, bei dem die Teilnehmer/Mitarbeiter gemeinsam die Möglichkeiten der vorhandenen Materialien erkunden. Der Austausch von Wissen und Fähigkeiten ist mindestens genauso wichtig wie das Endergebnis.

Im Z33 arbeiteten Studierende aus den Bereichen Architektur und (Produkt)Design, die nach Anleitung von Michael Beutler Installationen aufbauten und dabei Lernprozesse in Sachen Materialkunde und Teamarbeit durchmachten. Dies, so Beutler, ging auch stufenweise: Zunächst leitete er selbst Mitarbeiter des Teams vom Z33 an, die ihrerseits Architekturstudenten ihr Wissen weitergaben. Diese wiederum instruierten nach ihrer Arbeit die Leute aus den Designbereichen. Herausgekommen ist dabei wunderbare Kunst, die aus vielen Händen entstand.

So entstanden z.B. riesige Teppiche aus Stoff- und Textilresten, den Studierende in einem von Beutler selbst gebauten Webstuhl schufen und der anschließend raumfüllend über den Boden drapiert wurde. In einem kleineren Raum mit Oberlicht wurde eine bunte Decke aus Farbe und vor Ort geschöpftem Papier hergestellt und dort auf hölzernen Balken befestigt hochgezogen. Interessant an Beutlers Konzept ist auch, dass quasi alles am Boden liegt, auf dem Boden steht oder auf dem Boden entstanden ist. Dies lässt die Bodenständigkeit des Betrachters relativieren und auch die eigene Schwerkraft… 

Vor Ort im Z33 geschöpftes Papier für eine bunte Decke
Teile des Teppichs wurden im Z33 selbst gewebt

Beutler zeigt damit, dass mit begrenzten Mitteln und gemeinsamen Anstrengungen etwas Bedeutendes erreicht werden kann. Seine Arbeit lädt sowohl zu körperlichem Engagement als auch zu kritischer Reflexion ein. Wie können wir die Welt um uns herum und unsere Beziehungen zu anderen aktiv gestalten? Welche Werkzeuge benötigen wir dafür? Und können wir sowohl unsere Autonomie als auch unser Gemeinschaftsgefühl stärken, indem wir Wissen und praktisches Know-how teilen?

Michael Beutlers Ausstellung im Hasselter Z33 wurde in Zusammenarbeit mit Architekturstudenten der UHasselt und Produktdesignstudenten der LUCA School of Arts - Campus C-mine gestaltet. Der Hasselter Beginenhof – Heimat des neuen Architekturcampus der UHasselt – ist dabei ebenfalls zu einem Ort der Zusammenarbeit, des Wissensaustauschs und des Experimentierens geworden. Übrigens, die gesamte hier geschaffene und gezeigte Kunst ist nachhaltig. So wurden Materialien aus früheren Beutler-Installationen ebenso verwendet, wie neues Material, das wiederum weiterverwendet wird oder der Wiederverwertung zugeführt wird.

Letzte Vorbereitungen: Michael Beutler

Michael Beutler studierte an der Städel-Hochschule für Bildende Kunst in Frankfurt am Main zwischen 1997 und 2 mailto:info@z33.be 003 und auch an der Glasgow School of Art zwischen 2000 und 2001. ​Er unterrichtete 2016 und 2017 an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und ist heute Professor für Bildhauerei an der HFBK in Hamburg und unterrichtet auch an der RWTH in Aachen am Lehrstuhl für Kunst und Grundlagen des Gestaltens.

Michael Beutler, noch bis zum 22.Februar 2026, im Z33, Bonnefantenstraat 1, 3500 Hasselt (BE), Info: z33.be

Studierende füllten mit riesigen Decken den Boden eines ganzen Raumes

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