Das Museum für Schöne Künste (MSK) in Gent zeigt noch bis Anfang Januar 2026 eine ganz besondere Arbeit von Stephan Vanfleteren. Mit "Transcripts of a Sea" teilt der belgische Fotograf erstmals den Zauber des Meeres mit seinem Publikum, der ihn in den letzten Jahren ans oder eher im Wortsinne ins Meer getrieben hat.
Museum für Schöne Künste in Gent: Der flämische Fotograf Stephan Vanfleteren zeigt seine Sicht auf das Meer
Vor einigen Jahren hat sich der Fotograf Stephan Vanfleteren selbst im Kunstmuseum in Gent vorgestellt. Er hatte eine Idee und ein paar Fotos unter dem Arm. Beim MSK war man sofort beeindruckt. Das Ergebnis ist die Ausstellung „Transcripts of a Sea“, die vor einigen Tagen eröffnet wurde. Es ist das erste Mal, dass ein lebender Fotograf seine eigene Ausstellung im MSK in Gent erhält.
Wild, spiegelglatt, neblig, stürmisch, heimtückisch ruhig oder wie eine Zentrifuge… Stephan Vanfleteren beobachtete das Meer in all seinen Formen und Lichtern. Der international renommierte Fotograf ist vor allem für seine eindringlichen Schwarz-Weiß-Porträts und seine großen Reportagen in Belgien und im Ausland bekannt. Hier jedoch zeigt er eine ganz neue Facette seiner Fotokunst.
Im Meer gefangen
Stephan Vanfleteren wagte sich mit einer wasserdichten Kamera in die Wellen, oft nachts und bei starkem Sturm, um das Meer von innen zu erfassen. Die Frucht dieser unermüdlichen Arbeit hängt heute an den Wänden des Genter Kunstmuseums. Und ohne zu übertreiben, hat er dort fast sein Leben gelassen. Selbst für erfahrene Schwimmer können die Meeresströmungen verräterisch sein.
Eines Tages, Ende Dezember, ging es fast schief: Stephan wurde nur knapp von der Küstenwache gerettet. Natascha, seine Frau, erzählte, dass sie bei jedem Ausgang Ängste erlebt. Das Meer macht süchtig , gibt Stephan Vanfleteren gerne zu. "Wenn es einen Sturm gab, musste ich hingehen. Ich wollte wissen, wie die Wellen reagieren, wie sie aufeinander prallen."
Interaktion mit den Werken anderer Künstler
Die Fotografien von Stephan Vanfleteren stehen im Dialog mit Meeresgemälden anderer Künstler vom 17. Jahrhundert bis heute. Die „Alten“ hatten noch nicht die Kamera als Werkzeug, doch sie schafften es, das Meer in ihren berühmten maritimen Werken zu erfassen - ein Talent, für das Stephan Vanfleteren viel Respekt und Bewunderung empfindet. Zu seinen Vorbildern in dieser Hinsicht gehören Gustave Courbet, James Ensor, Léon Spilliaert, Marlene Dumas oder auch Rinus Van de Velde.
„Was diese Künstler verbindet, ist ihre Herangehensweise an das Thema Meer“, meint Johan De Smet, Kurator der Ausstellung, gegenüber VRT NWS: „Sie geben sich nicht mit einer getreuen Beobachtung zufrieden, sondern schaffen es nach Jahren, ihr eigenes, persönliches Meer darzustellen".
„Transcripts of a Sea“, noch bis zum 4. Januar 2026 im Museum für Schöne Künste (MSK) in Gent, Fernand Scribedreef 1, 9000 Gent. Weitere Informationen finden Sie auf der MSK-Website.
