Löwen wird 2030 Kulturhauptstadt Europas. Dies eine internationale Jury am Mittwochmittag bekannt. Die anderen Kandidaten waren die wallonische Regionalhauptstadt Namür und die Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek. LOV2030 findet nicht nur in Löwen statt, sondern auch in den umliegenden Städten und Gemeinden in Flämisch-Brabant. Es werden rund 3 Millionen Besucher erwartet.
Die Universitätsstadt Löwen in Flämisch-Brabant wird 2030 Kulturhauptstadt Europas
Nach Antwerpen (1993), Brüssel (2000), Brügge (2002) und Mons (2015) ist Löwen die fünfte belgische Stadt, die sich europäische Kulturhauptstadt nennen darf. Die Stadt schaffte es, sich gegen Namür und Molenbeek, die ebenfalls in die engere Auswahl kamen, durchzusetzen. „Es war keine leichte Entscheidung“, sagte der Vorsitzende der internationalen Jury: „Die drei Kandidaten hatten starke und ehrgeizige Programme.“
Die Jury sah sich die Präsentationen bzw. die Bidbücher der drei Kandidaten in Belgien an und besuchte auch jede Stadt: „Die Leidenschaft und Professionalität haben uns tief berührt.“ Um zu seiner Entscheidung zu gelangen, untersuchte die Jury die Verbindung zu Europa, den kulturellen und künstlerischen Inhalt des Projekts und die Einbindung der Einwohner.
Seit 1985 wird jedes Jahr eine Stadt zur Kulturhauptstadt Europas gekürt. Seit 2004 sind es jedes Jahr zwei Städte in unterschiedlichen europäischen Regionen. Belgien teilt diese Ehre 2030 mit Zypern.
Bevor Belgien 2030 am Zuge ist, folgen 2026 das finnische Oulu und das slowakische Trencín. Im Jahr 2027 sind Lettland mit Liepaja und Portugal mit Évora an der Reihe. Danach folgen Städte in der Tschechischen Republik, in Frankreich, in Nordmazedonien und schließlich im Jahr 2029 polnische und schwedische Städte.
Glücklicher Bürgermeister
Der Bürgermeister von Löwen, Mohamed Ridouani (Vooruit, Foto unten), zeigte sich hocherfreut: „Ich bin unglaublich stolz und auch stolz auf unsere Bürger und unser Team. Ich kann kaum beschreiben, wie glücklich ich bin!"
Laut Ridouani bringt Löwen vor allem eine Geschichte der Hoffnung mit: „Eine Geschichte, die zeigt, dass es in diesen dunklen und polarisierten Zeiten auch Städte gibt, in denen Menschen zusammenarbeiten. (...) Dies ist ein Moment des kollektiven Sieges. Gemeinsam mit allen 30 Kommunen, mit Künstlern, Einwohnern, der Universität, dem Bildungswesen, Verbänden und Partnern haben wir den Ehrgeiz und die Entschlossenheit gezeigt, zu verbinden.“
Was machte dann den Unterschied, der Löwen letztendlich zum Gewinner machte? „Ich habe die Jury sagen hören, dass die Messlatte hoch liegt und dass dies eine Gelegenheit ist, eine neue Geschichte zu schreiben, um sicherzustellen, dass wir nach 40 Jahren ein neues Kapitel aufschlagen können und dass man dafür eine Stadt braucht, die sehr hohe Maßstäbe setzt“, so Ridouani am Mittwoch in einer ersten Reaktion.
