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Stijn Vercruysse, Afrika-Experte für VRT NWS
Ausland
Afrika

VRT-Journalist Stijn Vercruysse darf nicht nach Ruanda: „Wahrscheinlich wegen kritischer Berichterstattung”

Stijn Vercruysse, Afrika-Experte für VRT NWS, darf nicht nach Ruanda reisen, um dort über die Rad-Weltmeisterschaft zu berichten. Vercruysse wurde am Check-in-Schalter  am Brussels Airport in Zaventem aufgehalten. „Die ruandische Regierung hat der Fluggesellschaft verboten, mich an Bord zu lassen. Wir wollten kritische, differenzierte Reportagen machen, aber das wird nicht gelingen, was vielleicht auch etwas über das autoritäre Regime in Ruanda aussagt.”

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Gestern Morgen war die Abreise verschiedener Radrennfahrer wie Remco Evenepoel geplant, aber auch unserer Kollegen von Sporza, der VRT NWS-Journalistin Katrien Vanderschoot und Vercruysse zusammen mit seinem Kamerateam.

Die ruandische Regierung habe der Fluggesellschaft aber verboten, ihn an Bord zu lassen, sagte Vercruysse. Über den offiziellen Grund könne nur spekuliert werden, aber wahrscheinlich gehe es um seine kritische Berichterstattung über Ruanda in der Vergangenheit, sagt der Journalist dazu.

„Wir hatten auch diesmal vor, kritisch über das Gastgeberland zu berichten, das letztlich ein sehr autoritäres Regime ist“, so Vercruysse. „Wir wollten die Wahrheit durch differenzierte Berichterstattung am Rande der Weltmeisterschaft vermitteln. Das wird nun nicht möglich sein, was vielleicht etwas über den autoritären Charakter des Regimes in Ruanda aussagt.“

Afrika-Experte

Vercruysse verfügt über langjährige Erfahrung als Journalist und ist bereits mehrfach nach Afrika gereist, um dort Reportagen zu produzieren. Vor kurzem war er noch im Osten des Kongo, um über die dort vorrückenden M23-Rebellen zu berichten. Diese Rebellen werden von Ruanda unterstützt.

Das afrikanische Land ist bekannt für sein strenges, autoritäres Regime unter der Führung von Präsident Paul Kagame. Seit Jahrzehnten hat das Regime die Presse fest im Griff, von jeglicher Freiheit für lokale Journalisten kann kaum die Rede sein. Verschiedene Journalisten werden verhaftet oder mussten aus Sicherheitsgründen das Land verlassen.

Ruanda schneidet auch im „World Press Freedom Index”, einem Maßstab für die Pressefreiheit in der Welt, besonders schlecht ab. Das Land liegt auf Platz 146, zwei Plätze niedriger als im Vorjahr.

VRT-Chefredaktion hat gegen die Entscheidung protestiert

„Wir bedauern, dass das ruandische Regime unserem Journalisten die Einreise verweigert”, erklärt Stijn Verhaaren, Chefredakteur von VRT NWS Ausland. „Wir haben die ruandische Regierung um weitere Erklärungen gebeten und beraten uns diesbezüglich mit dem Internationalen Radsportverband UCI und dem Außenministerium.”

„Trotz dieses Vorfalls werden wir mit VRT NWS in den kommenden Wochen neben der Berichterstattung über die Rad-WM auch weiterhin kritisch über das Gastgeberland berichten. Wir tun dies nicht nur mit einem Nachrichtenteam vor Ort, sondern auch mit aufschlussreichen Gesprächen mit Experten in unseren Studios.”

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