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Spontane Dünenbildung schützt die flämische Küste vor Stürmen und Sturmfluten

Am Strand zwischen Raversijde bei Ostende und Middelkerke an der belgischen Nordseeküste bilden sich viele kleine Sanddünen quasi von selbst. Diese Dünen wachsen spontan, weil sich Sand um Pflanzen wie Strandhafer und Salzmire ansammelt. Früher wurden spontan wachsende Dünen und solche Pflanzen maschinell weggeräumt. Das ist heute nicht mehr der Fall, da inzwischen erkannt wird, dass diese Dünen nützlich sind, um Sand zurückzuhalten und die Küste vor Stürmen und Überschwemmungen zu schützen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Vor vier Jahren wurde in Raversijde ein Pilotprojekt gestartet, um Vegetation am Strand zu pflanzen. Diese Pflanzen, hauptsächlich Strandhafer aber auch Salzmire, halten den vom Wind verwehten Sand fest und bilden Dünen. Diese Dünen sind heute mehrere Meter hoch. Die Dünenformation entwickelt sich am Strand von Raversijde in Richtung des benachbarten Ferienortes Middelkerke. Hier und da wachsen spontan kleine Dünen um Pflanzen herum.

Peter Van Besien von der flämischen Landesagentur für maritime Dienstleistung sage dazu: „Unser Pilotprojekt in Raversijde vor vier Jahren war sehr erfolgreich. Wir haben eine deutliche Verringerung der Sandansammlung auf den Straßenbahngleisen und auf der Küstenstraße beobachtet, was dort zu weniger Störungen führt. Wir beobachten jetzt die natürliche Entwicklung der Dünen in Richtung Middelkerke. Wir begrüßen dies und versuchen, das so weit wie möglich zu unterstützen. Diese Dünen sind im Moment noch recht klein und noch nicht robust und stark genug, um den ganzen Sand aufzuhalten. Aber wir tun alles, was wir können, um ihnen dabei zu helfen, sich zu größeren Dünen zu entwickeln.“

Strandhafer

„Zusätzlicher Sand in Form eines höheren Strandes oder einer neuen Düne wird ein wesentlicher Baustein sein, um für mehr Sicherheit an der Küste zu sorgen. Im Moment ist dieser Teil der Küste in Raversijde sicher genug. Aber langfristig, wenn wir den Anstieg des Meeresspiegels berücksichtigen, werden wir zusätzliche Maßnahmen brauchen. Unser Projekt ‚Küstenvision‘, das den langfristigen Schutz vor dem Anstieg des Meeresspiegels untersucht, hat gezeigt, dass Dünen das beste Mittel zur Förderung und Gewährleistung der Sicherheit an unserer Nordseeküste sind. Daher begrüßen wir die natürliche Bildung von Dünen. Es schafft eine sicherere Küste, die auch schöner und natürlicher ist.“, so Van Besien weiter.

Bei starkem Meereswind weht viel Sand auf die Strandpromenaden. Dieser landet auf den Straßenbahngleisen der berühmten Küstentram und der Küstenstraße. Das wiederum führt zu Störungen beim Tramverkehr und des sonstigen Verkehrs. Die spontanen Dünen können dies verhindern: „Diese Dünen fangen den Sand effektiv auf. Sie brauchen Sand – das nennen wir ‚Sandhunger’ – um zu wachsen. Der Wind verliert zwischen dem Strandhafer an Geschwindigkeit und so fallen Sandpartikel zu Boden. Auf diese Weise wird Sand auf natürliche Weise gesammelt. Entlang einer normalen Küste ohne Dünen sehen wir durchschnittlich 5 Kubikmeter Sand, die sich pro Meter Küste und Jahr ansammeln. Flächen mit Strandhafer können diese Zahl auf 10 bis 12 Kubikmeter pro Meter Küstenlinie verdoppeln. Das sind also ideale Sandfallen…“

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