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Inland
Politik

Im November erhalten alle 17-Jährigen in Belgien einen Brief über den freiwilligen Militärdienst

Im November erhalten alle 17-Jährigen in Belgien einen Brief mit Informationen über ein freiwilliges Militärdienstjahr. Dass Verteidigungsminister Theo Francken  einen freiwilligen Militärdienst für Jugendliche einführen will, war bereits seit längerem bekannt. Jetzt liegen weitere und deutlichere Informationen dazu vor.  

Andreas Kockartz Belga
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Alle 17-Jährigen, insgesamt 130.000 Jugendliche, werden in Kürze einen Brief mit Informationen über ein freiwilliges Dienstjahr in der belgischen Armee erhalten. Im November finden in jeder Provinz lokale und regionale Informationsveranstaltungen statt und später kann man sich auch auf digitalem Weg informieren. Bewerbungen ab Januar 2026 möglich. Bewerben kann sich jeder zwischen 18 und 25 Jahren. Im Sommer 2026 werden die besten Kandidaten ausgewählt, die dann im September  ihr Dienstjahr mit einem Nettogehalt von 2.000 € pro Monat beginnen können.

Das Verteidigungsministerium strebt an, dass 3.500 junge Leute an den Auswahlverfahren teilnehmen werden. 500 von ihnen dürfen bei Erfolg ihr Dienstjahr beginnen. Bis 2027 werden 1.000 Plätze freigehalten, danach wird die Zahl schrittweise auf maximal 7.000 erhöht.

Die Jugendlichen werden in Sicherheitsfunktionen bei der Marine, der Luftwaffe oder der Armee eingesetzt. „Wir brauchen viele neue Leute in der Verteidigung”, so Minister Francken: „Es kommt viel neues Material bei der Armee an: Das muss bedient werden können. Wer möchte, kann nach dem freiwilligen Dienstjahr bei der Armee weiter aufsteigen. Wer sich für einen anderen Weg entscheidet, nimmt einzigartige Erfahrungen mit auf den Arbeitsmarkt.”

Gleichzeitig findet es Francken wichtig, dass die jungen Menschen dem Land „etwas zurückgeben“: „Das ist doch ganz normal. Wir sind alle etwas ‚träge‘ geworden. Es ist notwendig, (unsere Armee, Red.) wieder aufzustocken. Man sieht das in allen Nachbarländern und fast überall ist es ein Erfolg. Die Einstellung vieler junger Menschen ist positiv.“

Die Wiedereinführung einer Wehrpflicht für alle ist nicht im Koalitionsvertrag vorgesehen und für Francken auch kein Thema. „Das wäre logistisch auch nicht zu bewältigen“, so der Minister, der allerdings einen obligatorischen Zivildienst befürwortet: „Das könnten wir vielleicht in der nächsten Legislaturperiode versuchen einzuführen.“

Wehrpflicht nie abgeschafft

Vorläufig wird die allgemeine Wehrpflicht nicht wieder eingeführt. Sie wurde in unserem Land nie abgeschafft, sondern Anfang der 1990er Jahre „ausgesetzt”. Dadurch werden Wehrpflichtige nicht mehr einberufen. Theoretisch kann die Wehrpflicht wieder eingeführt werden. Diesbezüglich wurden in den letzten Jahren bereits verschiedene Vorschläge gemacht.

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