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Bekommt Belgien ein PFAS-Gesetz?

Belgiens Minister für Umwelt und Klima, der frankophone Zentrumspolitiker Jean-Luc Crucke (Les Engagés, Foto) lässt wissen, dass er bald einen Entwurf für ein PFAS-Gesetz vorlegen wird. Crucke sagte, dass die chemische Substanz ein weltweites Problem sei. Der Umweltminister reagierte damit auch auf eine Petition gegen PFAS, die von rund 27.000 Personen unterzeichnet wurde.

Andreas Kockartz
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Crucke bemängelte, dass die Europäische Union in der Frage des Umgangs mit PFAS, eine chemische Substanz, die zu den sogenannten „forever chemicals“ gehört, also zu den Stoffen, die sich in der Natur nicht abbauen, zu träge sei. Belgien könne gemeinsam mit anderen EU-Mitgliedsländern eine Vorreiterrolle für Maßnahmen einnehmen, mit der Produktion und Verbrauch von PFAS eingeschränkt werden soll.

Mit ihrer Unterschriftenaktion fordern mehrere Umweltverbände und andere Vereinigungen, darunter der flämische Umweltverband BBL, sogar ein europaweites Verbot von PFAS-Stoffen, die in vielen Varianten vorkommen.

In Belgien wurde zuletzt die kleinste Variante von PFAS in Trinkwasser nachgewiesen. PFAS steht im Verdacht, krebserregend zu sein und einen nicht unerheblichen Anteil an den umweltverschmutzenden Microplastics zu haben. Studien zufolge werden alleine in Belgien jährlich bis zu 8.330 Tonnen PFAS verbraucht.

Crucke sagte abschließend, dass die EU bereits mit der Erarbeitung eines universellen PFAS-Verbots beschäftigt sei: „Aber wenn das zu langsam verläuft, werden wir selbst handeln.“ 

PFAS/PFOS - Was ist das?

Perfluoroctansulfon-Säure (Anion Perfluoroctansulfonat oder kurz PFOS) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). Das Produkt wurde hauptsächlich dazu verwendet, um Materialien wie Textilien, Teppiche und Papier fett-, öl- und wasserfest zu imprägnieren.

Daneben wurde es bei der Verchromung, für die Imprägnierung von Kochgeräten (z.B. Pfannen), in der Analogfotografie, in älteren Feuerlöschschäumen (AFFF), in Kosmetikprodukten und in Hydraulikflüssigkeiten für die Luft- und Raumfahrt verwendet.

Das EU-Parlament hat im Oktober 2006 beschlossen, die Verwendung von PFOS auf wenige Einsatzbereiche einzuschränken. Im Stockholmer Übereinkommen wurde 2009 entschieden, PFOS in die Konvention für eingeschränkte Stoffe aufzunehmen. Das größte Problem mit diesem Produkt ist die Tatsache, dass es sich nicht auf natürliche Weise abbaut - was für alle PFAS-Stoffe gilt (das sind sognannte „forever chemicals“).

Das bedeutet, dass sich mehr und mehr PFOS bzw. PFAS in der Umwelt und in den Wasserläufen befindet. PFAS gibt es in der Chemie in rund 6.000 verschiedenen Formen und Verbindungen.

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