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Inland
Justiz

Zoll fängt 1,2 Tonnen Kokain im Hafen von Antwerpen ab - 10 Verdächtige festgenommen, darunter ein 14-Jähriger

Der belgische Zoll hat am vergangenen Wochenende im Hafen von Antwerpen 1,2 Tonnen Kokain abgefangen. Die Drogen stammten von einem Schiff aus Afrika. In Zelzate (Ostflandern) gelang es der Polizei, in diesem Zusammenhang 10 Personen festzunehmen, darunter einen 14-Jährigen. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Der Zoll konnte das Kokain in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Kai 1.333 im Antwerpener Hafen abfangen. Der Fang ist das Ergebnis von Ermittlungen gegen eine kriminelle Organisation, die Drogen über diesen Hafen in Europa einführt. Insgesamt gelang es der Polizei, in der Gegend von Zelzate in Ostflandern 10 Personen festzunehmen - 7 Niederländer und 3 Belgier. Darunter ist auch ein 14-jähriger Tatverdächtiger.

Jugendrichter Michiel Steel ist nicht überrascht, dass sich unter den Festgenommenen ein so junger Verdächtiger befindet: „14 Jahre sind wirklich sehr jung, aber leider haben wir in letzter Zeit Vorfälle mit jungen Menschen erlebt, die nur wenig älter sind. Die Altersgrenze sinkt, was bedeutet, dass wir es mit immer jüngeren Kindern zu tun haben.“

Kriminelle Organisationen glauben fälschlicherweise, dass die Gefahren für junge Leute weniger schwerwiegend sind als für Erwachsene, so Steel gegenüber VRT NWS: „Und die jungen Leute selbst wissen nicht genau, was überhaupt passiert. Ihnen ist nicht immer klar, woran sie beteiligt sind. Wir hören, dass junge Menschen über soziale Medien in eine Gruppe gelockt werden und dann kann es plötzlich schnell gehen: Sie werden kontaktiert und müssen innerhalb einer halben Stunde an einem bestimmten Ort sein. Anschließend werden sie abgeholt und erhalten im Auto weitere Anweisungen. So beginnt der Schneeball zu rollen und es ist sehr schwierig, ihn aufzuhalten."

Es lässt sich auch nicht sofort eine Grenze ziehen, wenn junge Menschen wegen solcher Praktiken vor dem Jugendgericht landen: „Es geht sicherlich nicht immer um junge Menschen, die wir bereits von anderen Straftaten her kennen. Manchmal werden die Jugendlichen buchstäblich von der Straße gepflückt und manche treffen dann die  falsche Wahl.“ Deshalb betont Steel: „Auch wenn es zu schön erscheint, um wahr zu sein, ist es ist nicht in Ordnung, in ein Auto zu steigen und 1.000 € dafür zu bekommen, irgendetwas zu tun.“

Dabei handelt es sich nicht selten um Versuche, Drogen aus einem Container im Hafen zu holen, bzw. diese Drogen aus dem Hafengelände zu schmuggeln. Der Jugendrichter rät den jungen Betroffenen, sich trotz möglicher Drohungen an die Eltern und an die Polizei zu wenden. 

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