Mehr als 75.000 Belgier sind im vergangenen Jahr in eine andere Region des Landes verzogen, die höchste Zahl seit 13 Jahren. Die Zahlen stammen vom belgischen Innenministerium und wurden vom Immobilienverband CIB angefordert und von den belgischen Wirtschaftszeitungen De Tijd und L’Echo veröffentlicht. Die meisten Betroffenen zogen von Brüssel weg. Flandern bleibt das Hauptziel.
Immer mehr Belgier verlassen Brüssel, doch die Einwohnerzahl steigt weiter
Die Zahlen zeigen, dass Brüssel weiterhin Einwohner verliert. Im vergangenen Jahr verließen 36.970 Menschen die Region, zwei Drittel davon zogen nach Flandern um. Obwohl sich andererseits eine Rekordzahl von Einwohnern aus Flandern (11.600) und der Wallonie (9.014) in Brüssel niederließ, reichte dies nicht aus, um den Negativtrend in den Einwohnerzahlen auszugleichen.
Laut dem Demografen Patrick Deboosere von der niederländischsprachigen Freien Universität Brüssel (VUB) ist dieses Phänomen nicht neu: „Die Immobilienpreise spielen eine große Rolle. Der große Platzmangel in den Brüsseler Schulen und Kinderbetreuungs-Einrichtungen mit langen Wartelisten sind ebenfalls wichtige Gründe.“ Dennoch wächst die Bevölkerung Brüssels weiter. Zahlen von Statbel (das belgische Statistikamt) zeigen, dass die Hauptstadt-Region im Jahr 2024 mehr als 6.200 Einwohner hinzugewonnen hat - dank der internationalen Migration. Brüssel ist auch weiterhin die einzige belgische Region, in der mehr Geburten als Todesfälle zu verzeichnen sind.
Die Statistiken zeigen, dass Flandern das beliebteste Ziel für die ist, die sich für einen Umzug aus Brüssel oder einer anderen Region entscheiden. Im Jahr 2024 zogen fast 33.400 Menschen aus Brüssel und der Wallonie nach Flandern, während knapp 20.000 die flämische Region verlassen haben, was dort zu einem Nettozuwachs von rund 14.000 Einwohnern führte.
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