Fünf Studierende reichen Klage gegen die Flämische Gemeinschaft ein, um die Zulassungsprüfung zum Medizinstudium prüfen zu lassen. Dies bestätigte deren Anwalt Christophe Vangeel gegenüber VRT NWS. Am Dienstag musste der Prüfungsausschuss zugeben, dass Studierende während der Aufnahmeprüfung im Juli auf andere Webseiten zugreifen konnten.
ChatGPT bei der Zulassungsprüfung zum Medizinstudium in Flandern? Studierende ziehen vor Gericht
Drei Studierende wurden zudem auf frischer Tat dabei erwischt, ChatGPT zu nutzen. Zahlreiche Studierende beklagten sich darüber, dass es möglicherweise zu weiteren Betrug gekommen sei und dass sie dadurch einen der begrenzten Studienplätze verpasst hätten. Dies müsse korrigiert werden, sagt der Anwalt: „Meine Klienten fordern über eine einstweilige Verfügung, dass ein Sachverständiger den Fall untersucht.“
Rechtsanwalt Vangeel ist auf Bildungsrecht spezialisiert: „Alle Studierenden müssen gleiche Chancen haben können. Man sollte erwarten können, dass der Prüfungsausschuss selbst eine umfassende Untersuchung durchführt, um zumindest die Betrüger zu enttarnen. Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dies nicht geschehen soll. Das ist unglaublich. "
„Die Zeit drängt“
Laut Vangeel drängt die Zeit, „denn das akademische Jahr steht unmittelbar bevor. „Wir bitten den Richter, einen Sachverständigen zu ernennen oder den Ausschuss zu verpflichten, die entsprechende Untersuchung durchzuführen", so Vangeel gegenüber VRT NWS.
„Ich habe nicht den Eindruck, dass der Prüfungsausschuss das Ausmaß des Betrugs umfassend untersucht haben“, so Vangeel weiter. Er gibt an, dass zwei Monate nach der Aufnahmeprüfung noch viel passieren kann, beispielsweise die Überprüfung des Browserverlaufs (welche Websites wurden besucht?).
Vangeel sieht selbst 2 Möglichkeiten: Wird Betrug (in großem Umfang) nachgewiesen, muss die Prüfung annulliert werden. Oder man überprüft alle bei der Prüfung genutzten Computer, um die Betrüger heraus zu filtern und passt auf Basis dessen das Ranking der zur Verfügung stehenden Studienplätze an.
Dekan der Medizinfakultär der KU Leuven verteidigt die Aufnahmeprüfung: "3 erwischte Teilnehmer beweisen, dass die Supervision funktioniert"
„Ich habe volles Vertrauen in das Überwachungssystem. Am Ende wurden 3 Teilnehmer faktisch beim Betrug erwischt." Das sagte Chris Verslype, Dekan der medizinischen Fakultät der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven). Er bedauert die aktuellen Vorgänge: „Betrug ist mit einem einfachen Klick nicht möglich und ich vertraue der Ethik und der Deontologie der Studenten, die an der Aufnahmeprüfung teilnehmen und später Ärzte werden.“

