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Inland
Wirtschaft

Reform der Regelungen der Nachtarbeit in Belgien: Lohneinbußen für die Arbeitnehmer?

Die geplante Reform der Nachtarbeitsprämien in Belgien könnte die Arbeitnehmer 100 bis 300 € Einkommen pro Monat kosten. Der Think Tank Minerva und die christliche Gewerkschaft ACV haben dies berechnet. Wird diese Reform zu einem Facharbeitermangel bei Nachtschichten und Nachtarbeit führen?  

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Die Anzahl der Branchen, in denen Nachtarbeit möglich ist, ist in Belgien sehr genau festgelegt. Generell sind Abendarbeit, sprich Spätschicht (10,2 %) und Nachtarbeit (3,5 %) in unserem Land weniger etabliert als im übrigen Europa bzw. in unseren Nachbarländern, wo sie sich auf 11,8 % bzw. 4,8 % beläuft. Die Geschäftswelt beklagt seit langem, dass sie den Wettbewerb mit dem Ausland verliert.

Um etwas dagegen zu unternehmen, will die belgische Bundesregierung die Nachtarbeit neuregeln. Das hatte sie im sogenannten „Sommerabkommen“ zur Zukunft der Wirtschaft kürzlich erst beschlossen. Unternehmen sollten demnach Prämien bzw. Nachtschichtzuschläge nur für die Stunden zwischen Mitternacht und 5 Uhr morgens zahlen. Die Arizona-Regierung will diese Reform aber nur für neue Arbeitsverträge umsetzen. Personen, die bereits länger nachts arbeiten, können dies unter den aktuellen Bedingungen weiterhin tun.

Berechnungen

Die christliche Gewerkschaft ACV-CSC und die Denkfabrik Minerva versuchten, die Auswirkungen der Reform auf die 32.000 Nachtarbeiter (22 Uhr bis 6 Uhr) und 140.000 Spätschichtarbeiter (19 Uhr bis Mitternacht) in unserem Land zu berechnen. Neue Mitarbeiter im Transport- oder Logistikbereich würden z.B. durch die Reform etwa 116 € brutto weniger pro Monat verdienen, berechnete Olivier Malay (Think Tank Minerva und ACV-CSC), als ihre Kollegen, die schon länger im Dienst sind.

Derzeit verdienen die entsprechenden Arbeitnehmer einen Mindestlohn von 2.789 €. Die Nachtzuschläge betragen mindestens 12,5 % dieses Bruttogehalts. Im Lebensmittelsektor sind die Prämien höher (30 % und Mindestlöhne 3.045 €). Neue Arbeitnehmer laufen Gefahr, nach der Reform Prämien von „nur noch“ 343 € brutto pro Monat zu erhalten. Das sind konservative Schätzungen ”, so Malay: „Einige Unternehmen gewähren höhere Prämien oder höhere Löhne.”

Die Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Werden die Arbeitgeber ausreichend motivierte neue Mitarbeiter finden, wenn sie in Zukunft niedrigere Prämien zahlen? 

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