Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj landete am frühen Sonntagnachmittag auf dem Militärflughafen Melsbroek am Brussels Airport. Belgiens Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) begrüßte Selenskyj dort (Foto) zu einem kurzen Gespräch vor einem vorbereitenden virtuellen Treffen der EU-Regierungschefs vor dem Treffen Selenskyjs mit US-Präsident Trump und hochrangigen EU-Vertretern in Washington.
Selenskyj in Brüssel: Außenminister Prévot besteht auf einer deutlichen Rolle Europas beim Friedensprozess für die Ukraine
In Brüssel nahm Selenskyj am Sonntagnachmittag gemeinsam mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an einer Videokonferenz der „Koalition der Freiwilligen“ für die Ukraine teil, an der auch Belgien beteiligt war.
Am Montag werden von der Leyen und weitere europäische Spitzenvertreter den ukrainischen Präsidenten nach Washington begleiten, wo ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump geplant ist. Dieses Treffen findet nur wenige Tage nach dessen Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Premierminister Bart De Wever (N-VA) wird nicht mit nach Washington reisen.
Belgiens Außenminister Maxime Prévot betonte im Vorfeld die Bedeutung der europäischen Präsenz in Washington: „Die Teilnahme Europas am Friedensprozess ist selbstverständlich. Das wird in den USA allerdings nicht unbedingt so gesehen. Deshalb ist es wichtig, das klarzustellen.“
Prévot verwies nach dem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten auch auf das „schockierenden Bildparadox“ im Vergleich mit dem frostigen Treffen zwischen Trump und Selenskyj vor einigen Monaten und dem roten Teppich, der in Alaska vor einigen Tagen für Russlands Präsident Putin ausgerollt wurde: „Man muss klar benennen, wer Aggressor ist und wer Opfer und man muss verhindern, dass irgendein Abkommen ohne die Zustimmung der Ukraine geschlossen wird.“
Die Integrität der Ukraine soll gewahrt bleiben
Prévot erinnerte auch daran, dass es undenkbar sei, wenn Trump und Putin allein über die künftigen Grenzen in der Region entschieden „und schon gar nicht über eine Lösung, die den Verbleib eroberter Gebiete in russischer Hand vorsieht“. Gleichzeitig würdigte der belgische Außenminister aber auch die amerikanischen Bemühungen zur Friedensfindung: „Wir alle haben ein Interesse daran, dass es so schnell wie möglich zumindest zu einem Waffenstillstand - im besten Fall zu einem Frieden kommt. Aber das darf nicht auf Kosten der Angegriffenen geschehen.“
Belgien sei bereit, sich an einer künftigen „Koalition der Freiwilligen“ zu beteiligen, so Prévot, sollte es zu einem Waffenstillstand kommen und falls in diesem Zusammenhang eine internationale Truppe zur Sicherung der Grenze zu Russland eingesetzt werden muss.
