Unbekannte sind in zwei historische Mergelgrotten entlang des Albertkanals in Vroenhoven (Gemeinde Riemst, Provinz Limburg) eingedrungen. Dabei wurden mehrere Metalltore aufgebrochen und Abfall hinterlassen. Die Gemeinde warnt eindringlich: Ein Betreten der Grotten ohne fachkundige Begleitung ist lebensgefährlich.
Unbekannte dringen in alte Mergelgrotten bei Vroenhoven (Limburg) ein: ohne Führer lebensgefährlich
Die lokale Polizei Bilzen-Hoeselt-Riemst erhielt Anfang der Woche eine Meldung über den Einbruch in die Grote und Kleine Keel, zwei alte Mergelgrotten in Vroenhoven. Der Vorfall ereignete sich vermutlich am vergangenen Wochenende. Das berichtete die Zeitung Het Belang van Limburg, die Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber VRT NWS.
Vor Ort stellte die Polizei fest, dass vier Schlösser beschädigt wurden. „Zwei Metalltore wurden gewaltsam geöffnet, andere wurden ebenfalls beschädigt“, erklärte Polizeichef Dirk Claes. „Es wurde offenbar versucht, weitere Zugänge aufzubrechen, was aber nicht gelang. Die Täter hinterließen Müll – vermutlich wollten sie in den Grotten eine Party feiern.“
Schäden am Kulturerbe?
Ob die Grotten selbst beschädigt wurden, ist derzeit noch unklar. Die Gemeinde Riemst betrachtet die Mergelgrotten als industrielles und kulturelles Erbe. Die stellvertretende Bürgermeisterin Anja Slangen (christdemokratische CD&V) reagierte verärgert:
„Wir sind als Gemeinde sehr stolz auf die Grotten. Es ist schade, dass andere so wenig Respekt zeigen. Freiwillige haben die beschädigten Tore entdeckt, aber ob es im Inneren Schäden gibt, wissen wir noch nicht. Es besteht der Verdacht, dass die Täter Graffiti hinterlassen haben – das wäre wirklich bedauerlich.“
Lebensgefährlich ohne Begleitung
Es ist der erste Einbruchsversuch in diesem Jahr. Bürgermeisterin Slangen warnt eindringlich:
„Was hier passiert ist, ist extrem gefährlich. Das Gangsystem ist kilometerlang – ohne Führer kann man sich leicht verirren. Das ist in der Vergangenheit schon passiert, als Leute dort Partys feiern wollten. Zum Glück wurden sie rechtzeitig gefunden. Aber es bleibt sehr gefährlich, vor allem weil es in den Grotten keinen Handyempfang gibt.“
Zusätzlich besteht Einsturzgefahr und das Risiko, in tiefe Schächte zu stürzen. „Viele Menschen sind sich dieser Gefahren nicht bewusst."
