Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der ausbleibenden Niederschläge ist es großen Massengutschiffen vorübergehend nicht mehr gestattet, den Kanal Gent-Terneuzen zu befahren. Der Wasserstand ist zu niedrig und die Wahrscheinlichkeit, dass Schiffe auf Grund laufen, ist zu groß. Die Maßnahme kann etwa 10 Tage gelten.
Niedriger Wasserstand: Trockenheit stoppt vorübergehend große Massengutschiffe auf dem Kanal Gent-Terneuzen
Die Maßnahme ist seit Ende letzter Woche in Kraft und betrifft alle Massengutfrachter, die einen Tiefgang von mehr als 12,35 Meter haben. Hochsee und Bulkschiffe dürfen normalerweise dort einen Tiefgang von bis zu 12,50 Meter haben. „Dieser Unterschied scheint gering, aber es ist wichtig, dass die Sicherheitsmarge groß genug ist“, sagt Johan Bresseleers vom Fusionshafen North Sea Port: „Zwischen dem Rumpf der Schiffe und dem Grund des Kanals muss mindestens ein Meter liegen“, fährt er fort. „Wenn der Wasserstand niedriger ist, ist es sinnvoll, die maximale Tiefe für Schiffe anzupassen.“
Wird die Sicherheitsmarge nicht eingehalten, können Schraubenbewegungen dazu führen, dass sich Sand am Boden ansammelt. „Und dann kann ein Schiff dagegen fahren und sogar stecken bleiben.“
Ladung und Last verringern
Große Massengutschiffe dürfen den Kanal nur befahren, wenn sie ihre Ladung verringern, da sie dann weniger Tiefgang haben. Dies können sie unter anderem dadurch erreichen, dass sie ein Teil ihrer Ladung auf Binnenschiffe oder Lastkähne umladen. „Das Problem ist vorerst begrenzt“, nuanciert Bresseleers: „Seit Beginn der Maßnahme mussten nur drei Schiffe ihre Ladung verringern.“
Auch am Schleusenkomplex in Merelbeke liegen solche Maßnahmen vor. Durch die Trockenheit öffnet sich die Schleuse seltener, so dass weniger Wasser in Richtung Meer abfließt und der Wasserstand zu wenig herabsinkt. Segelboote und Jachten müssen bis zu 2 Stunden warten, um weiterfahren zu können. Auch an der Oberen Schelde (Bovenschelde) in Asper, bei Gavere, liegt aktuell zu wenig Wassertiefe vor.
