Im Rahmen einer Pressekonferenz hat die Brüsseler Staatsanwaltschaft wissen lassen, dass es seit Anfang des Jahres in der belgischen Hauptstadt schon zu 57 Schießereien gekommen ist. Anfang des Jahres rollte eine solche Welle durch die Brüsseler Gemeinde Anderlecht und in den letzten Tagen häufen sich entsprechende Vorfälle im Stadtzentrum und in Molenbeek. Die meisten Fälle von Schusswaffengebrauch sind miteinander verbunden.
Bisher 57 Schießereien in Brüssel: Generalstaatsanwalt fordert mehr Mittel vom Staat
Laut Staatsanwaltschaft Brüssel haben diese Schießereien so gut wie alle mit Drogenbanden zu tun und mit entsprechenden Territorium-Kämpfen. Generalstaatsanwalt Julien Moinil (Foto unten, auch als Prokurator des Königs bekannt) sagte, dass alleine in diesem Sommer 20 Schießereien zwei Tode gefordert hätten.
Doch inzwischen müsse man befürchten, dass völlig unbeteiligte Bürger in Gefahr geraten. Moinil nannte dabei das Beispiel einer jungen Frau mit ihrem Kind im Auto. Diese sei zufällig beim Vorbeifahren in einen Schusswechsel geraten, wobei einige Kugeln ihren Wagen getroffen hatten.
Einmal mehr Mittel gefordert
Brüssels Generalstaatsanwalt Moinil forderte nicht zum ersten Mal mehr Mittel von der Politik, um diesem Problem in der belgischen Hauptstadt Herr zu werden. Doch er befürchtet, wieder im Regen stehengelassen zu werden: „Sie hören mir zwar zu, doch es passiert nichts.“
Er will auch erreichen, dass Drogenbosse, die nicht selten schon im Gefängnis sitzen, in Isolationshaft genommen werden, damit sie aus ihren Zellen heraus keine Aufträge zu Schießereien, Angriffen oder Drogenhandel mehr geben können, was leider allzu häufig der Fall sei.
Polizeischutz
Julien Moinil steht übrigens seit einiger Zeit unter verschärftem Personen- bzw. Polizeischutz, denn er wird aus der Drogenszene heraus akut bedroht. Das hatte zur Folge, dass alle Journalisten, die an der Pressekonferenz der Brüsseler Staatsanwalt teilnehmen wollten, durchsucht wurden…

