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Unterwegs mit der Tram 44 auf der schönsten Straßenbahnlinie in der Brüsseler Region

Nach mehreren längeren Unterbrechungen, die sich über fast 2 Jahre hinzogen, fährt die Straßenbahnlinie 44 seit Mitte Juni wieder wie gewohnt zwischen Montgomery und dem Bahnhof Tervuren, so die STIB. Die Modernisierungsarbeiten an der Linie sind abgeschlossen, so dass die Wiedereröffnung gefeiert werden konnte.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Seit August 2023 gab es regelmäßig Unterbrechungen aufgrund von Modernisierungsarbeiten auf der Linie 44. Die Straßenbahngleise auf der Tervurenlaan wurden zwischen der Kreuzung „Vierarmen“ und der Endstation „Tervuren Station“ ersetzt. Diese Arbeiten sind seit Juni abgeschlossen und die Straßenbahn kann wieder fahren wie zuvor. Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB berichtet, dass bei diesen Arbeiten 7 Kilometer Gleise erneuert wurden. Die Oberleitungen wurden ebenfalls komplett ausgetauscht und mehrere Haltestellen wurden aufgefrischt.

Die Modernisierung der Haltestellen „Drie Kleuren“, „Oudergem-Bos“ und „Ravenstein“ ist fast abgeschlossen, die letzten Arbeiten werden bis Ende August ausgeführt. Mit ihrer malerischen Strecke entlang der Tervurenlaan und dem Zoniën-Wald ist die Straßenbahnlinie 44 nicht nur bei Touristen sehr beliebt. Für den nächsten Sommer verspricht die STIB daher den Einsatz längerer Straßenbahnen.

Noch fahren hier (auch auf der teilweise hier verlaufenden Linie 39) die alten PCC-Trams der MIVB. Das liegt auch an der unterirdischen Start-Haltestelle Montgomery, deren Zufahrt und Kurven so eng sind, dass die moderneneren Straßenbahnzüge hier nicht eingesetzt werden können. Zeitgemäß ist das nicht mehr und nur noch Nostalgiker (wie der Autor dieser Zeilen) können sich dafür begeistern... 

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Haltestelle "Groene Hond"

Vom Brüsseler Stadtzentrum aus kann man also wieder mit der Straßenbahnlinie 44 bis in den gediegenen und grünen Vorort Tervuren fahren. Doch nicht nur das Afrika-Museum an der Endstation in Tervuren sind hier interessant, sondern auch eine Reihe attraktiver Orte entlang der Trambahnstrecke. Die majestätische Tervurenlaan ist heute eine wichtige Verkehrsachse zwischen Brüssel und Tervuren. Aber diese Prächtige Allee ist Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, um zwei wichtige Brüsseler Schauplätze der Weltausstellung 1897 miteinander zu verbinden: Den Jubelpark und die Domaine von Tervuren. In der Folge beschleunigte sich die Urbanisierung der Umgebung, die seinerzeit noch kaum bebaut war.

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Romantischer geht Tramfahren kaum...

Im Zuge dessen entstanden z.B. Gebäude wie die im Stil der Wiener Sezession erbaute Villa Palais Stoclet oder die zahlreiche prunkvolle Gebäude in denen inzwischen einige Botschaften ihre repräsentative Niederlassung haben.

Ausgangspunkt einer Spazierfahrt mit der Tram 44 bildet also der Jubelpark, der 1880 anlässlich des 50-jährigen Bestehens Belgiens angelegt wurde... Hier befinden sich verschiedene Gebäude und kulturelle Einrichtungen, darunter die Königlichen Museen für Kunst und Geschichte, das Königliche Museum für Armee und Militärgeschichte oder auch das Automuseum Autoworld. Der Park ist auch zudem verschiedener Events, z. B. Start und Ziel des 20-km-Laufs von Brüssel oder des Feuerwerks am Nationalfeiertag!

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Palais Stoclet (Haltestelle Leopold II.)

Der Stoclet-Palast ist ein luxuriöses Anwesen, das 1911 von dem Wiener Architekten Joseph Hoffmann erbaut wurde. Die Außenwände wurden komplett mit weißem Marmor ausgekleidet, der von vergoldetem Stuck eingefasst wird.

Der belgische Bankier und Kunstsammler Adolphe Stoclet hatte um die vorige Jahrhundertwende den österreichischen Architekten Josef Hoffmann mit dem Bau seiner Stadtvilla an der Tervurenlaan in Brüssel beauftragt. Er ließ Hoffmann freie Hand bei der Gestaltung. Und dieser entwarf ein Gesamtkunstwerkt, erbaut zwischen 1906 und 1911. Die Außenfassade ist ganz mit Marmor verkleidet, ein Turm mit Bronzestatuen. Die Wandfriese im Speisesaal wurde von Gustav Klimt erschaffen.

Nach dem Tod von Anny Stoclet, der Schwiegertochter des ursprünglichen Bauherrn, im Jahr 2002 stand die Villa leer. Das Haus ist nach wie vor im Privatbesitz der Familie Stoclet und kann daher nicht frei besichtigt werden. Ob das so bleibt, sei dahingestellt, denn die Villa gehört seit 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe… Man kann das Gebäude aber von außen sehen.

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Haltestelle "Leopold II."

Klein aber fein: An der Haltestelle Léopold II sollte man einen Blick auf das historische Wartehäuschen werfen, in dem man vor Wind und Wetter geschützt auf die Straßenbahn warten kann! Eine kleine charmante Erinnerung an die Vergangenheit und an die Gebäude, die im Zuge des Baus dieser Tramlinie entstanden sind.

In der Nähe ist auch die Bibliotheca Wittockiana zu finden, eine Bibliothek, die von einem Privatmann und passionierten Bücherliebhaber in einer außergewöhnlichen architektonischen Umgebung eröffnet wurde. Es handelt sich um das Lebenswerk des bibliophilen Industriellen Michel Wittock. Aus der anfänglichen Bibliothek entstand allmählich das Museum für Buchkunst und Buchbinderei. Ein vielseitiger Ort - Bibliothek, Museum, Buchbinderei - hinter dessen Mauern man unschätzbar kostbare Exponate aus dem 16. Jahrhundert findet, darunter zum Beispiel eine Originalausgabe der berühmten Enzyklopädie von Diderot und d'Alembert.

Der Park von Woluwe ist bekannt als Sammelplatz für zahlreiche Zugvögel. Die 70 Hektar Natur im Stile englischer Gärten mit großen Wasserflächen, sanft geschwungenen Tälern und Hügeln, Felsen, Wasserfällen und seltenen Bäumen haben einen hohen Romantikfaktor. Hier kann man stundenlang flanieren. Mit seinem Wechsel zwischen festen Straßen und kleinen Wegen, sanften Hügeln und schönen Aussichtspunkten ist er mit Sicherheit einer der schönsten Brüsseler Parks und eine echte grüne Lunge an der Tervuerenlaan.

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Der Park von Woluwe (Haltestelle Groene Hond oder Trammuseum)

Das Brüsseler Straßenbahnmuseum verfügt über eine eindrucksvolle Sammlung von Straßenbahnen und anderen Fahrzeugen, die innerhalb der vergangenen Jahrhunderte auf den Straßen der belgischen Hauptstadt verkehrten, bis hin zum Pferdewagen! Das Museum organisiert regelmäßig Ausflüge mit seinen alten Fahrzeugen, sowohl mit Trams, als auch mit historischen Bussen.

Die ehemalige Klosteranlage Rood Kloster (Haltestelle Oudergem-Vorst), das Rote Kloster, befindet sich unweit der Tervurenlaan. Mit einem kurzen Spaziergang durch ein Stück Zoniën-Wald über den Eikenwzeg einschlagen erreicht man nach etwa 1 km das Rote Kloster - Ein kleines Paradies am Rande der Stadt, das heute unter anderem ein Kunstzentrum beherbergt und wo einige Brabanter Zugpferde leben. Die Anlage besticht durch Ruhe und einem Hauch vergangener Zeiten.

Etwas weiter erreicht die Tram 44 ihre Endstation unweit des AfrikaMuseums in Tervuren. Die Rückreise kann man entweder mit der Straßenbahn zurück oder mit Bussen der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn in Richtung Brüssel oder Löwen (Leuven in Flämisch-Brabant) antreten oder man kann das AfrikaMuseum besuchen. 

Blick ins Trammuseum
Neue Gleise und auffällige Warnhinweise

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