Dank eines sonnigen und warmen Frühlings verspricht es eine sehr gute Ernte für die Winzer im Hageland in Limburg und im Osten von Flämisch-Brabant sowie in Westflandern zu werden. Dennoch wollen die Winzer nicht zu früh jubeln. Laut Gerry Calders vom Weingut Petrushoeve im Hageland können Gewitter, Krankheiten oder Stare noch für einen geringeren Ertrag sorgen.
Die flämischen Winzer erwarten eine ausgezeichnete Lese, „doch könnte schlechtes Wetter noch einen Strich durch die Rechnung machen“
Gute Nachrichten für Liebhaber von Wein aus dem flämischen Hageland: Dank des sonnigen und warmen Frühlingswetters geht man hier von einer hervorragende Lese aus. Das ist eine Entwicklung, die die Winzer aus dem Hageland gut gebrauchen konnten. Im Jahr 2024 war Frost noch der große Feind der Hageland-Trauben. In einer Nacht im April sank das Thermometer unter 0°C. In Kombination mit einigen frühen Frühlingstagen führte dies zum Absterben vieler Knospen an den Weinreben und zu einer geringeren Ernte bei einigen Winzern.
Trotz des hervorragenden Frühlings mahnt Gerry Calders, Winzer auf dem Weingut Petrushoeve in Molenbeek-Wersbeek, zur Vorsicht: „Derzeit sieht es zwar nach einer guten Ernte aus, aber es ist noch viel zu früh, um von einem erfolgreichen Jahr zu sprechen“, sagt er: „So können beispielsweise schwere Gewitter, Krankheiten oder eine Starenplage uns noch einen Strich durch die Rechnung machen.”
Ein empfindliches Gleichgewicht
Erst Ende September wird klar sein, ob die Ernte gelungen ist oder nicht. „Dann können wir auch die verschiedenen Werte der Trauben analysieren“, fährt der Winzer fort. „Es kann gut sein, dass sonnige Tage für gute Zuckerwerte sorgen, aber dann stellt sich die Frage, ob genügend Säure vorhanden ist. Alles muss im Gleichgewicht sein“, schließt Calders.
Frühe Ernte in Westflandern
Die westflämischen Winzer können dieses Jahr dank des schönen Wetters im Frühjahr und Sommer außergewöhnlich früh ernten. Schätzungen zufolge können sie 2 bis 4 Wochen früher als normal ernten. Bei einigen ist das sogar schon Ende nächster Woche der Fall.
Auf dem Weingut Monteberg im Heuvelland könnte bereits nächste Woche geerntet werden. Dort werden Weiß-, Rosé-, Rot- und Schaumweine produziert. „Dies wird vielleicht die früheste Ernte sein, die wir je eingefahren haben”, sagt Edward Six. Sein Vater war einer der Pioniere, die mit dem Weinbau in Heuvelland begonnen haben. „Damals gab es vor allem Weinbau im Hageland und in Hespengau.”
„Wir sind jetzt schon seit 29 Jahren dabei, haben also schon viel erlebt. Was wir dieses Jahr sehen, ist aber sehr außergewöhnlich. Wir haben schon zu Beginn der Saison gesehen, dass die Blüte früher einsetzte. Damals konnten wir schon ahnen, dass die Ernte etwas früher kommen würde. Aber dass sie jetzt so früh kommt, hätten wir nicht erwartet,“ so Six.
„2025 ist ein gutes Obstjahr“
Auch bei Den Nachtegael in Zonnebeke sieht man den gleichen Trend. Dort gibt es auf den 15 Hektar Weinbergen auffallend viele Trauben. „Wir stellen verschiedene Weinsorten her, von Weiß- und Rotweinen bis hin zu Sekt“, erzählt Winzer Dirk Syx. „Die ersten Rebsorten ernten wir normalerweise Mitte September, jetzt wird es Ende August sein.“
Eine frühe Ernte bedeutet nicht unbedingt eine gute Ernte, aber dieses Jahr sieht es so aus, als würde dies der Fall sein: „Das liegt daran, dass wir einen sehr schönen Frühling hatten. Außerdem sind wir vorläufig relativ schimmelfrei. Die Früchte sind also von sehr guter Qualität und sehen sehr schön aus.“ Das bestätigt auch sein Kollege: „Wir sehen, dass es wirklich ein Fruchtjahr ist“, so Edward Six. „Die Obsternte ist auf jeden Fall größer als in durchschnittlichen Jahren, das gilt auch für uns.“
